VÖEB für höhere Recyclingquoten und Bestbieterprinzip bei Vergaben

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(v.l.) A. Staudinger, K.-H. Florenz und F. Lackner mit Franziskus-Statue (Foto: VÖEB)

Wien — Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket, Ethik in der Entsorgungswirtschaft wie auch qualitative Kriterien bei der Vergabe von Entsorgungsaufträgen und das Thema Daseinsvorsorge waren die Hauptthemen der Branchentagung. Doch auch aktuelle Branchenthemen und Zukunftskonzepte standen im Mittelpunkt der Jahrestagung des VÖEB – Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe vergangene Woche in St. Wolfgang im Salzkammergut.

EU-Abgeordneter Karl Heinz Florenz, bestätigte in seiner Einstiegsrede die Dringlichkeit und Relevanz eines europaweiten Konzeptes für höhere Recyclingquoten und einheitliche Standards in der Entsorgungswirtschaft. Obgleich die Angleichung der Standards in 28 Nationen keine leichte Übung sei, unterstreichen die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse des G7-Gipfels die Bedeutung und auch die Dringlichkeit, Wirtschaftsmodelle global neu zu definieren und Ressourceneffizienz, Abfallvermeidung und Wiederverwertung zu forcieren. Gleichzeitig zähle die Bewusstseinsschaffung, die Florenz sowohl auf Produzentenseite als auch in der Bevölkerung sieht. Florenz: „Kreislaufwirtschaft bedeutet den Wert eines Produktes länger im Kreislauf zu behalten und im besten Fall am Ende das Ziel Zero Waste zu erreichen. Dieses Ziel kann nur gemeinsam mit Fachwissen, wie jenem eines Verbandes wie dem VÖEB erreicht werden.“ Jedenfalls brauche es in der EU auch Übergangslösungen für Länder, die noch nicht so seit wie Österreich wären.

Verwaltungsaufwand bei Entsorgungsaufträgen reduzieren

Eines der Hauptthemen war das Bekenntnis zu qualitativen Kriterien bei der Vergabe von Entsorgungsaufträgen. Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer sprach sich klar dafür aus, Verwaltungsaufwände zu reduzieren und bei der Vergabe von Aufträgen weiterzudenken, anstatt Entscheidungen auf reiner Preisbasis zu treffen. Zum Thema Produzentenverantwortung betonte Sektionschef Dr. Christian Holzer (BMLFUW) die Wichtigkeit der Ökodesignregeln: Die Bemühungen der Entsorgungswirtschaft im Sinne der Wiederverwertung seien wesentlich, genauso wichtig jedoch auch das Bewusstsein und Bemühen der Hersteller. „Bei der Produktion und Wiederverwertbarkeit von Produkten müssen Regulative gesetzt werden – die Produkte sollen sowohl im Gebrauch als auch in der Entsorgung weiter optimiert werden“, unterstrich Christian Holzer.

Wichtig: funktionierendes Miteinander

Zum Bestbieter-gegen-Billigstbieter-Prinzip hob Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner (Die Grünen) die Verantwortung der Öffentlichen Hand hervor, lenkend einzugreifen und ökologische wie auch regionale Kriterien zu berücksichtigen. Auch Bettina Lorentschitsch, Vizepräsidentin des Österreichischen Wirtschaftsbundes, sprach sich für das Bestbieterprinzip aus: Wichtig sei ein funktionierendes Miteinander — zwischen produzierenden Unternehmen und der Entsorgungswirtschaft.

VÖEB-Präsident Hans Roth hob auf ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen öffentlicher und privater Hand ab. „Klare Regelungen in allen Bundesländern sind für unsere Branche ein wesentliches Anliegen: Damit gewährleisten wir einen funktionierenden Wettbewerb, der sowohl wesentliche Arbeitsplätze schafft als auch Innovationen setzt und ökologische Standards hebt“.

Erzbischof Dr. Franz Lackner unterstrich in seiner Ansprache das Bewusstsein von „Weniger ist mehr: Die Anhäufung zum Konsum verhindere es, Dinge und Momente angemessen zu würden.“ Erzbischof Lackner weihte im Zuge der Tagung die eigens vom Grazer Künstler Andreas Staudinger angefertigten Franziskusstatuen (der Hl. Franziskus ist der Patron der Umwelt), die zum Großteil aus den recycelbaren Materialien Bronze und Altmetall gefertigt sind.

Quelle: Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB)