Asbest: Noch immer versteckte Gefahr bei Sanierung und Abbruch

1717
Asbestentsorgung (Foto: Bernard Maurin/fotolia)

Saarbrücken — Für das Jahr 2013 wurden dem für die Kontrolle zuständigen Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) des Saarlandes insgesamt 556 (2012: 554)  so genannte „objektbezogene Anzeigen zu Tätigkeiten mit asbesthaltigen Gefahrstoffen“ nach der Gefahrstoffverordnung übermittelt. Bei 81 (2012: 139) gewerblichen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungs-Arbeiten, im Fachjargon ASI-Arbeiten, musste weitergehend und vor Ort geprüft werden.

Bei rund 36 Prozent (2012: 23 Prozent) der Kontrollen wurden Mängel bei den Asbestarbeiten festgestellt. Insgesamt wurden 7 (2012: 14) Bußgeldverfahren eingeleitet. 16 (2012: 6) Strafanzeigen wurden an das Landeskriminalamt (LKA) zur Prüfung weitergeleitet. Auch im privaten Bereich kontrollierte das LUA im Jahr 2013 in 6 (2012: 6) Fällen nach Eingang einer telefonischen Beschwerde von Anwohnern. Vier (2012: eine) Beschwerden wurden an das LKA weitergeleitet.

„Diese Zahlen zeigen, dass Asbestkontrollen nach wie vor unverzichtbar sind. Wegen der gesundheitlichen Risiken dürfen die Vorschriften zum Schutz der Beschäftigten in der Bauwirtschaft nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wir müssen die versteckte Gefahr, die von Asbest für Mensch und Umwelt ausgeht, weiter sehr ernst nehmen“, so der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost.

In den 60er und 70er Jahren war der Einsatz asbesthaltiger Materialien in der Bauwirtschaft allgegenwärtig, denn die Faser war für Brandschutzmaßnahmen hervorragend geeignet. Asbesthaltige Produkte wurden z.B. als Dachwellpappen, Zementrohre, Blumenkästen, Fensterbänke, Brandschutzmatten, Vinylasbestplatten, Brüstungs- und Deckenplatten sowie in Nachtspeicheröfen verbaut. Asbest wurde auch in Isolierungen an Lüftungsklappen und Rohrdämmungen bei Heizungsrohren sowie in Fensterkitte, Kleber und Spachtelmassen gemischt.

Asbest ist zwar seit 1993 in Deutschland und seit 2005 auch europaweit verboten. Dennoch ist das Thema wegen der in vielen Häusern verbauten asbesthaltigen Materialien nach wie vor allgegenwärtig. Die einstige „Wunderfaser“ beschäftigt noch immer den Arbeitsschutz im Land, die gravierenden gesundheitlichen Schäden, die Asbest auslöst, etwa Lungenkrebs, sind längst bekannt. Heute, rund 30 bis 50 Jahre nach dem Einbau, sind viele Gebäude in einem Zustand, in dem sie grundlegend modernisiert, umgebaut oder abgerissen werden. Asbest ist somit eine zusätzlich zu berücksichtigende Größe für Planung und Ausführung der Bauarbeiten – sowohl für gewerbliche Unternehmen wie auch Privathaushalte.

Eine Zusammenstellung zu Rechtslage, Gesundheitsrisiko, Erkennen und sicherem Umgang mit Asbest ist unter Umweltministerium Saarland zu finden.

Quelle: Saarland – Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz