Norwegen hofft auf eine Renaissance der CCS-Technologie

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Müllgreifer (Foto: O. Kürth)

Oslo, Norwegen — Norwegen will auf mehreren Industriegeländen Testanlagen zur Abscheidung von Kohlendioxid errichten. Eine ist in der Abfallverwertungsanlage Klemetsrud bei Oslo vorgesehen, jeweils eine weitere im Zementwerk Norcem in Brevik und in der Ammoniak-Produktionsanlage von Yara bei Porsgrunn. Das einstige CCS-Vorzeigeprojekt (CCS = carbon capture and storage) in Mongstad war im Herbst 2013 wegen ausufernder Kosten eingestellt worden. Nun schauen andere Industrieländer wieder gespannt auf Norwegen, meldet Germany Trade & Invest.

Anfang Juni 2015 hat der Osloer Stadtrat beschlossen, in der thermischen Abfallbehandlungsanlage des Vororts Klemetsrud eine Versuchsanlage zur CO2-Abscheidung zu installieren. Neben einer umweltfreundlichen Energierückgewinnung aus vorsortierten Bioabfällen will die norwegische Hauptstadt nun das aus den Abgasen entstehende Kohlendioxid (CO2) abtrennen und, da bei dem Prozess mehr Treibhausgase gebunden werden können als in die Atmosphäre gelangen, auf diese Weise neben Fernwärme auch „negative“ CO2-Emissionen generieren. Es wäre die europaweit erste Anlage mit einer negativen CO2-Bilanz.

Testläufe von CCS-Verfahren gibt es auch im Zementwerk Norcem in Brevik südlich von Oslo. Norcem ist die norwegische Tochtergesellschaft von HeidelbergCement. Die European Cement Research Academy (ECRA) hat sich bei dem Projekt als Partner angeschlossen.

Der vollständige gtai-Artikel zum Thema ist unter gtai.de zu finden.

Quelle: Germany Trade & Invest