EU Kommission genehmigt Förderpaket für finnische Biomasse-Vergasungsanlage

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Vaasa Kraftwerk (Foto: Vaskiluodon Voima Oy)

Brüssel — Eine Investitionsbeihilfe von 10 Mio. € zugunsten des finnischen Unternehmens Vaskiluodon Voima Oy, das eine Biomasse-Vergasungsanlage im finnischen Vaasa betreibt, ist mit den EU-Beihilfevorschriften vereinbar. Zu diesem Ergebnis gelangte die Europäische Kommission jetzt nach entsprechender Prüfung. In der Anlage soll Waldbiomasse – vor allem Holzhackschnitzel und geringe Mengen Torf – in Gas umgewandelt werden, um die Verwendung von Kohle zu vermeiden. Das Gas wird anschließend zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet.

Die Biomasse-Vergasungsanlage in Vaasa wird die sogenannte zirkulierende Wirbelschichtvergasung nutzen, eine Technologie, die eine effizientere Verbrennung mit weniger Emissionen ermöglicht. Auf diese Weise wird sie pro Jahr rund 560 GWh grünen Strom erzeugen und dafür 320 000 m³ Waldbiomasse benötigen. Die Kommission stellte fest, dass die Beihilfe zur Erreichung der energie- und umweltpolitischen Ziele der EU, insbesondere der Verringerung der CO2-Emissionen und der Abhängigkeit von importierter Kohle, beitragen wird, ohne den Wettbewerb im Binnenmarkt übermäßig zu verfälschen.

Investitionsbeihilfe soll Rentabilität gewährleisten

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin, Margrethe Vestager, erklärte hierzu: „Die Investition in die Biomasse-Vergasungsanlage in Vaasa wird dazu beitragen, unseren CO2-Fußabdruck und unsere Abhängigkeit von importierter Kohle zu verringern. Sie zeigt, wie die EU-Beihilfevorschriften dazu beitragen können, dass öffentliche Mittel wirksam und gezielt für die Erreichung der umwelt- und energiepolitischen Ziele der EU eingesetzt werden.“

2012 meldete Finnland den geplanten Bau einer Biomasse-Vergasungsanlage in Vaasa und deren Integration in eine bestehende kohlebefeuerte Kesselanlage bei der Kommission an. Die Anlage wird aus Holzhackschnitzeln (90 Prozent) und Torf (10 Prozent) Gas erzeugen, das 25 Prozent bis 40 Prozent der Kohle ersetzen wird, die derzeit für die Befeuerung der Kesselanlage erforderlich ist. Finnland wird das Vorhaben mit einer Investitionsbeihilfe von rund 10 Mio. € sowie mit einer variablen Prämie fördern, die über dem Marktpreis für Strom liegt. Die Prämie soll eine ausreichende Rentabilität der Anlage gewährleisten und wird an Vaskiluodon Voima Oy, den Betreiber der Anlage, für die Verwendung von Holzhackschnitzeln gezahlt werden. Die Prämie ist auf einen Zeitraum von 12 Jahren angelegt und würde, je nach Preis der EU-Emissionszertifikate, bei bis zu 5,47 € pro Megawattstunde (MWh) liegen.

Als Vorbild für künftige Projekte

Die Kommission hat die Maßnahme auf der Grundlage der geltenden Leitlinien für staatliche Umweltschutz- und Energiebeihilfen geprüft. Sie kam zu dem Schluss, dass diese Investition in die Biomasse-Vergasung es ermöglicht, dass auf kosteneffiziente Weise importierte Kohle durch erneuerbare Energiequellen ersetzt wird. Die Vergasung von Waldbiomasse ist bislang noch nicht in diesem Umfang zur Anwendung gekommen. Daher könnte die Anlage von Vaskiluodon Voima Oy als Vorbild für künftige Projekte sowohl in der EU als auch weltweit dienen.

Darüber hinaus wird die bislang hauptsächlich auf fossiler Energie basierende Wärmegewinnung sehr viel umweltfreundlicher werden: Infolge der Investition werden die CO2-Emissionen voraussichtlich um 228.000 Tonnen pro Jahr zurückgehen. Des Weiteren leistet die Anlage einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und zur Verringerung der Abhängigkeit Finnlands von der Einfuhr fossiler Brennstoffe.

Die Kommission gelangte daher zu dem Schluss, dass die positiven Auswirkungen der Beihilfe die Wettbewerbsverzerrungen, die sich möglicherweise aus der staatlichen Förderung ergeben können, eindeutig überwiegen.

Quelle: EU Kommisssion