GBP Quality GmbH zur praxisgerechteren Qualitätsprüfung gegründet

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PET-Ballen (Foto: Pet-Recycling Schweiz)

Bonn — Anfang des Jahres gründeten namhafte Recyclingunternehmen eine Gesellschaft, um ein seit Jahren ungelöstes Problem anzugehen: die Überprüfung der Qualität der angelieferten Ballenware. Dass die Qualität immer mehr zu wünschen übrig lässt, ist im Markt bekannt. Mit der neu gegründeten GBP Quality GmbH soll sich nun daran etwas ändern.

Die Vertragskonstruktion zwischen den dualen Systemen und Verwertern sei schon etwas eigenartig, sagt der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft, Dr. Dirk Textor, der im Markt auch als der Vorsitzende des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling bekannt ist. Die Überprüfung der Qualität der angelieferten Ware müsse in diesem Fall der Kunde, also der Kunststoffrecycler, übernehmen. Der ist aber in aller Regel damit überfordert. Um an der augenscheinlich schlechten Qualität etwas zu ändern, müsste er im Grunde fast unentwegt prüfen und rügen, was seine Produktion mehr oder weniger lahm legen würde.

Ein weiteres Problem legte die bvse-Arbeitsgruppe Mischkunststoffe schon vor zwei Jahren offen: die veralteten Sortierkriterien, die in ihren Grundzügen noch aus dem Jahre 1991 stammen. Diese müssten dringend an den aktuellen Stand der Recyclingtechnik angepasst werden, forderten die AG-Mitglieder schon im Jahr 2013 und legten dazu einen Forderungskatalog vor. Dieser enthält unter anderem die Forderung, dass Kunststoffabfälle nicht mehr unüberdacht gelagert werden dürften; zu feuchte Materialien müssten zurückgewiesen werden können. Sortierbetriebe sollten jährlich per Zertifizierung ihre Eignung nachweisen müssen. Darüber hinaus enthält der Katalog eine Reihe erster konkreter Vorschläge zu Anforderungen an die Sortierung und zu tolerablen Fremdstoffanteilen.

Doch viel ist seitdem nicht passiert. Um in der Qualitätsfrage weiter zu kommen, gründeten nun mehrere Kunststoffrecycler die GBP Quality GmbH, die im ersten Schritt die Qualität der angelieferten Ballenware dokumentieren und damit objektive Daten sammeln soll. Im nächsten Schritt sollen die Daten mit Unterstützung der Fachhochschule Magdeburg und der dort wirkenden Professorin Susanne Gerke ausgewertet werden. Ziel ist es, aus den Erkenntnissen neue, den modernen Anforderungen besser entsprechende Spezifikationen zu entwickelt und ein vereinfachtes Prüfschema zu finden.

Die GBP Quality GmbH bietet ihre Dienste Interessierten auch außerhalb des Gesellschafterkreises an. Das können neben Recyclingunternehmen unter anderem auch Sortierbetriebe oder Kommunen sein.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.