Glasindustrie zeigt Zuversicht trotz Umsatzrückgang zum Jahresbeginn

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In der Glashütte (Foto: Kroll/Recyclingportal)

Düsseldorf — Die Glasindustrie ist mit einem leichten Umsatzrückgang in das Jahr 2015 gestartet. Im Zeitraum Januar bis April 2015 verzeichnete sie ein leichtes Minus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz der Glasindustrie betrug damit rund 2,99 Mrd. € (2014: 3,02 Mrd. €). Der Rückgang geht vor allem auf den Inlandsumsatz zurück: Dieser sank um 5,5 Prozent auf 1,77 Mrd. € (2014: 1,87 Mrd. €). Der Auslandsumsatz verzeichnete dagegen ein kräftiges Wachstum um 6,5 Prozent auf 1,22 Mrd. € (2014: 1,15 Mrd. €).

Die schwache Baukonjunktur im ersten Quartal 2015 wirkte sich dabei vor allem auf die Segmente Flachglas und Glasfasern aus. Die Flachglashersteller verbuchten ein Minus von 9,2 Prozent, der Umsatz ging von 352 Mio. € auf 320 Mio. € zurück. Sowohl Inlands- als auch Auslandumsatz zeigten sich dabei negativ: Der Inlandsumsatz sank um 12,4 Prozent auf 162 Mio. € (2014: 185 Mio. €), während der Auslandsumsatz etwas moderater um 5,5 Prozent von 166 Mio. € auf 157 Mio. € zurück ging.

Leicht negativ zeigte sich auch die Flachglasveredelung. Der Umsatz ging um 0,7 Prozent auf 1,13 Mrd. € zurück (2014: 1,14 Mrd. €). Inlands- und Auslandsumsatz entwickelten sich hier uneinheitlich. Während der Inlandsumsatz einen Rückgang von 5,7 Prozent auf 746 Mio. € (2014: 790 Mio. €) hinnehmen musste, zog der Umsatz im Ausland mit einem Wachstum von 10,4 Prozent auf 384 Mio. € kräftig an (2014: 348 Mio. €). Die Frühindikatoren im Bauhauptgewerbe sowie im Automobilsektor zeigen sich erfreulich positiv, so dass auch für das Inland mit einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen ist.

Bei den Glasfaserherstellern verringerte sich der Umsatz um 5,0 Prozent von 298 Mio. € auf 284 Mio. €. Auch hier zeigten sich sowohl Inlands- als auch Auslandsumsatz negativ. Während der Inlandsumsatz jedoch deutlich um 7,9 Prozent von 185 Mio. € auf 170 Mio. € sank, ging der Auslandsumsatz lediglich um 0,2 Prozent von 114 Mio. € auf 113 Mio. € zurück.

Die Umsatzzahlen für die Spezialglashersteller entwickelten sich dagegen positiv. Sie erzielten einen Zuwachs von 2,6 Prozent (minus 6,1 Prozent Inland, plus 7,9 Prozent Ausland). Dies bedeutet einen Umsatz von 459 Mio. € (146 Mio. € Inland, 311 Mio. € Ausland). Im Vergleichszeitraum 2014 hatte der Umsatz 447 Mio. € betragen, davon entfielen 156 Mio. € auf das Inland und 289 Mio. € auf das Ausland.

Auch die Behälterglasindustrie blickt auf einen erfolgreichen Start in das Jahr 2015 zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielte sie ein Umsatzplus von 0,7 Prozent und damit einen Umsatz von 628 Mio. € (2014: 624 Mio. €). Davon entfielen 390 Mio. € auf den Inlandsumsatz, der im Vorjahreszeitraum noch 396 Mio. € betragen hatte. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent. Der Auslandsumsatz betrug 238 Mio. € (2014: 228 Mio. €) und stieg damit um 4,3 Prozent an.

Die Glasindustrie zeigt sich trotz des leichten Umsatzrückgangs zuversichtlich: „Wenn wir auf die ersten vier Monate des Jahres 2015 blicken, müssen wir berücksichtigen, dass wir den Vergleichszeitraum 2014 mit einem guten Ergebnis abgeschlossen haben. Auch die Frühindikatoren zeigen in eine positive Richtung. Insofern sind wir zuversichtlich, dass die Entwicklung konstant, wenn nicht sogar leicht positiv verlaufen wird“, erläutert BV Glas-Präsident Dr. Hans-Joachim Konz.

Quelle: Bundesverband Glasindustrie e.V.