Papst Franziskus: „Die Erde scheint sich in eine Mülldeponie zu verwandeln“

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Petersplatz (Foto: ©Luise-Pfefferkorn / http://www.pixelio.de)

Rom — Papst Franziskus hat die reichen Industrienationen zu einer grundlegenden „ökologischen Umkehr“ aufgefordert, um globale Umweltzerstörung und Klimawandel zu stoppen. Es sei unvertretbar, dass einige „mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde“ leben könnten, heißt es in seiner am Donnerstag veröffentlichten Umweltenzyklika „Laudato si“ (Sei gepriesen).

Zum Thema Abfall ist darin Folgendes vermerkt:

Verschmutzung schädigt alle: durch Verkehrsaufkommen, Industrieabgase und Deponien, in denen Substanzen gelagert werden, die Mitschuld an der Versauerung von Boden und Wasser tragen. Hinzu komme die Verschmutzung durch Müll einschließlich gefährlicher Abfälle. Pro Jahr würden hunderte Millionen Tonnen Müll produziert, die meist nicht biologisch abbaubar seien: Hausmüll und Gewerbeabfälle, Abbruchabfälle, klinische Abfälle, Elektronikschrott und Industrieabfälle, hochgradig toxische Abfälle und Atommüll.

„Die Erde scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln“, heißt es wörtlich. Vielerorts würden ältere Menschen vergangenen Zeiten nachtrauern, als die Landschaften noch nicht von Abfällen überschwemmt waren. Industrieabfälle und eingesetzte chemische Produkte können die Organismen der dort lebenden Bewohner schädigen. Dennoch würden Maßnahmen vielfach erst dann ergriffen, wenn Schäden bereits irreversibel seien.

„Diese Probleme“, so die Enzyklika, „sind eng mit der Wegwerfkultur verbunden, die sowohl die ausgeschlossenen Menschen betrifft als auch die Dinge, die sich rasch in Abfall verwandeln.“

Der vollständige Text der Enzyklika „Laudato Si`“ von Papst Franziskus „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ kann unter vatican.va heruntergeladen werden.

Quelle: Libreria Editrice Vaticana