Abfallwirtschaftsplan 2015 für Hessen: Vermeidung, Trennung und Bio im Fokus

1173
Abfalltonnen (Foto: ©Rolf van Melis/ http://www.pixelio.de)

Wiesbaden — „Hessen ist auf einem guten Weg“, urteilte Umweltministerin Priska Hinz anlässlich der Vorstellung des fortgeschriebenen Abfallwirtschaftsplans für Hessen. „In den letzten Jahrzehnten haben wir vor allem die sichere Abfallentsorgung im Blick gehabt. Nun kommt es darauf an, wertvolle Rohstoffe und Energie häufiger zu nutzen und unsere Ressourcen zu schonen“, so Hessens Umweltministerin weiter.

Mit dem Abfallwirtschaftsplan formuliert das Land Hessen seine Ziele bei der Abfallvermeidung, der Vorbereitung zur Wiederverwendung, der stofflichen und energetischen Verwertung sowie bei der Abfallbeseitigung. Dies gilt für Siedlungsabfälle ebenso wie industrielle Abfälle. Biomüll hat hierbei eine besondere Bedeutung sowohl für die Landwirtschaft als auch als Energielieferant.

Wichtiger Beitrag zur Energiewende

Bereits seit über 20 Jahren sammeln zahlreiche Landkreise und kreisfreie Städten in Hessen Bioabfälle getrennt. Seit dem 1. Januar 2015 sind nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz alle öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger hierzu verpflichtet. „Es ist wichtig, dass wir die Mülltrennung verbessern und mehr Bioabfälle verwerten. Vor allem Küchen- und Speiseabfälle können wir besonders gut zur Erzeugung von Biogas und Energie nutzen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz“, betonte Hinz.

Dem Bioabfall kommt auch beim Ressourcenschutz eine hohe Bedeutung zu. Die Komposte und Gärreste können mineralischen Düngern im Landbau zum Teil ersetzen. Sie tragen zur Bodenverbesserung und damit zur Verbesserung der Humusbilanz auf landwirtschaftlichen Nutzflächen bei.

Spitzenposition bei Abfallverwertung ausbauen

„Wir wollen unsere Spitzenposition bei der Abfallverwertung weiter ausbauen“, erläuterte Umweltministerin Hinz. „Wir liegen bei den getrennt gesammelten Bioabfällen mit aktuell 126 Kilogramm pro Einwohner und Jahr schon lange deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 112 kg. Potenzial nach oben gibt es dennoch. Bis 2025 können wir noch 40 Prozent mehr nutzen und damit Ressourcen schonen.“

Im aktuellen Abfallwirtschaftsplan 2015 werden neben den Beseitigungsanlagen erstmals alle wichtigen Abfallverwertungsanlagen dargestellt. „Wir sind in Hessen gut aufgestellt. Sowohl bei der Beseitigung als auch bei der Verwertung stehen den in Hessen anfallenden Abfällen ausreichend Kapazitäten gegenüber“, berichtete Hinz. „Gerade zur Bioabfallverwertung wurden in den letzten Jahren zahlreiche neue Verwertungsanlagen errichtet und in Betrieb genommen.“

Knapp 800.000 Tonnen Bioabfälle können jährlich in Hessen vergoren beziehungsweise kompostiert werden. Bei den Biomassekraftwerken wurden Kapazitäten von über 500.000 Tonnen geschaffen. Weitere rund 1,4 Mio. Tonnen Wertstoffe können in Ersatzbrennstoff-Kraftwerken verwertet werden.

Der Abfallwirtschaftsplan Hessen 2015 (18 Mb) kann unter hessen.de heruntergeladen werden.

Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz