IKB: Nachfrage nach Gold rückläufig, nach Silber und Platin ansteigend

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Goldbarren (Foto: © Rike / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die Goldnachfrage war auch im ersten Quartal 2015 rückläufig: Sie sank im Vergleich zu 2014 um insgesamt 1 Prozent. Im Jahresvergleich reduzierte sich die Schmucknachfrage (-3 Prozent) besonders stark, die industrielle Nachfrage (-2 Prozent) litt unter der Substitution im Dentalbereich besonders stark, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die geopolitischen Krisenherde sowie die Turbulenzen um Griechenland führten jedoch zu einem Aufbau der Nettopositionen bei ETF-Produkten (Exchange Traded Funds). Während in Europa die physischen Investmentkäufe anzogen, brachen diese im Nahen Osten und Russland ein. Angebotsseitig erhöhte sich die Minenproduktion (+1 Prozent), während das Goldrecycling um 3 Prozent geringer ausfiel. Der Goldpreis dürfte sich in den nächsten drei Monaten um 1.200 US-$ pro Unze mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Nachdem das Jahr 2014 mit einem kleinen Angebotsdefizit – trotz einer um 4 Prozent gesunkenen Silbernachfrage – abgeschlossen hat, soll es 2015 wieder zu einem leichten Nachfrageanstieg kommen. Träger dürfte u.a. die Elektroindustrie sein. Angebotsseitig wird allerdings mit einem Rückgang von rund 4 Prozent gerechnet. Dies könnte dann zu einem erneuten Angebotsdefizit führen. Eine entscheidende Rolle kommt daher im laufenden Jahr der Entwicklung der Investmentnachfrage zu. Zuletzt wurden die Silber-ETF`s weiter aufgestockt. Derzeit sind die offenen Long-Positionen auf dem höchsten Stand seit langem. Die IKB sieht in den nächsten drei Monaten eine Preisbewegung um rund 16,50 US-$ pro Unze mit einem Band von 2,50 US-$.

Im ersten Quartal 2015 erfolgte ein Anstieg der physischen Platinnachfrage (Katalysator, Industrie und Schmuck). Gleichzeitig kam es jedoch zu einem Abbau der Bestände an ETF‘s (Exchange Traded Funds), während die physische investive Nachfrage stagnierte. Die streikbedingten Produktionsausfälle in südafrikanischen Minen des Vorjahres wurden kompensiert. Infolge geringerer russischer und amerikanischer Erzeugung sank die Minenproduktion jedoch leicht. Da auch ein geringeres Recycling zu verzeichnen war, kam es erneut zu einem Angebotsdefizit. Auch bei Palladium stieg die physische Nachfrage vor allem aus der Automobilindustrie an. Die Industriebank erwartetn ebenfalls ein Angebotsdefizit. Allerdings driften die Preise auseinander. Die IKB rechnet für den Platinpreis bis Ende des dritten Quartals 2015 eine Bewegung um 1.150 US-$ pro Unze in einem Band von 150 US-$. Für Palladium ist bei einem erneuten Angebotsdefizit weiter von einer Bewegung um 800 US-$ pro Unze in einem Band von +100 US-$ auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank