IKB: Globale Nachfrage auch nach Sekundäraluminium zieht deutlich an

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Aluminiumschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die globale Produktion von Primäraluminium hat mit einem Anstieg von 6,8 Prozent bis April 2015 an Dynamik gewonnen. Die IKB Deutsche Industriebank prognostiziert für das Gesamtjahr 2015 einen Zuwachs auf rund 54,5 Mio. t.

China (+1 Prozent), das übrige Asien (+20 Prozent) und die Golfregion (+15 Prozent) expandierten überproportional, die amerikanischen Regionen reduzierten ihren Ausstoß zum Teil kräftig. Westeuropa legte um gut 5 Prozent zu. Insgesamt erwartet die IKB 2015 einen im Vergleich zu 2014 deutlich geringeren Angebotsüberschuss. Die globale Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium zieht in den nächsten Jahren weiter deutlich an. Träger der Nachfrageausweitung ist nicht nur der Automobilbau, sondern zunehmend auch die Luftfahrtindustrie. Deutschland wird 2015 die Produktion von Recyclingaluminium kräftig ausweiten.

Der Abbau der Lagerbestände von Primäraluminium an der LME hat sich – leicht abgeschwächt – weiter fortgesetzt: Diese liegen nun bei gut 3,73 Mio. t. An der SHFE betragen die Bestände rund 285.000 t; sie haben sich damit leicht ausgeweitet. Damit ist immer noch eine sehr gute Versorgung gegeben. Der Angebotsüberschuss dürfte 2015 aufgrund des steigenden Bedarfs weiter deutlich sinken. Die LME-Bestände an Sekundärlegierungen haben sich auf knapp 20.000 t reduziert. Durch den derzeitigen Aufbau von neuen Kapazitäten für Recyclingaluminium dürfte auch hier die Versorgung weiterhin gesichert sein. Im Verlauf der nächsten drei Monate sieht die IKB eine Fortsetzung des Lagerabbaus bei Primäraluminium.

Die Aluminiumpreise haben sich im Verlauf des Mai 2015 tendenziell nach unten bewegt. Die investive Nachfrage ist weiter angestiegen: Die Zahl der Handelskontrakte lag Ende Mai 2015 um 56 Prozent über dem Wert vom Jahresende 2014. Die steigende physische Nachfrage aus der Automobilindustrie sowie zukünftig vermehrt auch aus dem Flugzeugbau und weiteren Branchen kann bei dem jetzigen Angebot befriedigt werden. Der derzeitige Kapazitätsaufbau in der Primär- und Sekundäraluminiumproduktion ist aber notwendig, um größere Engpässe in zwei bis drei Jahren zu verhindern. Bis Ende September 2015 prognostiziert die IKB eine Preisbewegung für Primäraluminium um rund 1.800 US-$ je Tonne in einem Band von +200 US-$ je Tonne. Die Preisdifferenz der Sekundärlegierung ist eingeebnet. Deren Preise dürften sich in den nächsten Monaten um die Primärnotierung bewegen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank