DERA: Europäische Recyclingrate von Zink liegt bei 70 Prozent

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Neu- und Altschrotte aus Zink werden in Sekundärschmelzwerken recycelt (Foto: Initiative Zink)

Berlin — Aufgrund einer Reihe aktueller Bergwerksschließungen könnten kurz- bis mittelfristig Defizite am Zinkmarkt auftreten, insbesondere dann, wenn die Schließungen nicht zeitnah durch neue Bergwerkskapazitäten oder Erweiterungen bestehender Lagerstätten kompensiert werden. Auf längere Sicht steckt in den derzeitigen weltweiten Bergbauprojekten jedoch genügend Potenzial zur langfristigen Deckung der zukünftigen Zinknachfrage. Darüber hinaus kann Recycling einen wichtigen Beitrag zur Verfügbarkeit von Zink leisten.

Zu diesem Ergebnis kommt der neueste Rohstoffrisiko-Bericht der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), der die aktuelle Versorgungslage sowie potenzielle Risiken der zukünftigen Versorgung mit Zink bis zum Jahr 2020 betrachtet hat.

Deutschland zählt weltweit zu den größten Nettoimporteuren bei Feinzink, Zinklegierungen und Zinkstaub und zu den größten Nettoexporteuren bei sekundären Zinkrohstoffen wie Abfällen und Schrotten sowie Aschen und Rückständen. Das geopolitische Risiko der Importe ist je nach Rohstoff bzw. Zwischenprodukt, bemessen am Grad der Diversifizierung und am gewichteten Länderrisiko der Importe, gering bis mäßig hoch und damit insgesamt wenig kritisch.

Auf globaler Ebene nimmt China im Zinkmarkt eine Schlüsselposition ein. Das Land ist sowohl bedeutendstes Bergbauland als auch wichtigster Raffinadeproduzent und -verbraucher sowie größter Nettoimporteur für Zinkkonzentrat und Feinzink. China ist damit wichtigster Treiber der weltweiten Zinknachfrage. Es ist davon auszugehen, dass China auch in naher Zukunft seinen Zinkverbrauch im Vergleich zur weltweiten Nachfrage überdurchschnittlich steigern wird. Es ist jedoch bereits erkennbar, dass sich der Nachfrage- druck abgeschwächt hat und nicht mehr so extrem ist wie noch vor wenigen Jahren.Insgesamt erweist sich die unklare und teilweise auch widersprüchliche Datenlage zur chinesischen Produktion und zur dortigen Nachfrage als großer Unsicherheitsfaktor für die Beurteilung des Marktes.

Recycling von Zink ist in den westlichen Industrieländern historisch gewachsen, und es stehen technisch ausgereifte Verfahren zur Verfügung. Das Metall kann hier auf allen Produktionsstufen in den Materialkreislauf zurückgeführt werden. Weltweit liegt die End-of-Life-Recyclingrate von Zink bei über 50 Prozent, in Europa sogar bei 70 Prozent. Wegen der langen Nutzungsdauer von Zinkprodukten, z. B. in der öffentlichen Infrastruktur, kann bei weiterhin steigender weltweiter Nachfrage die Zinknachfrage nicht komplett durch Recyclingmaterial gedeckt werden. Der Rücklauf an Recyclingmaterial ist in den aufstrebenden Industrienationen, allen voran China, bislang noch vergleichsweise gering. Die Zunahme der dortigen Recyclingkapazitäten, verbunden mit dem Import von Schrotten aus dem Ausland, kann zu Engpässen im weltweiten Schrottmarkt führen.

Die neue „Rohstoffrisikobewertung – Zink“ steht unter bgr.bund.de zum Download bereit.

Quelle: Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)