Mtm, MultiPet und Multiport: Praktikable Alternativen zu bunten PET-Verpackungen

1763
Quellen: mtm plastics, Multiport, Multipet

Niedergebra/Bernburg — Die Kunststoffrecycling-Unternehmen mtm plastics GmbH aus sowie MulitPet GmbH und Multiport GmbH schließen sich der Warnung des europäischen Verbands Plastics Recyclers Europe an: Der sich abzeichnende Trend zu immer vielfarbigeren PET-Verpackungen behindert massiv das Kunststoffrecycling. Dabei wäre es so einfach: Nutzen die Verpackungshersteller Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) als Material, spielen für den Recyclingerfolg Farben keine Rolle, sagen mtm-Geschäftsführer Michael Scriba und MultiPet- und Multiport-Geschäftsführer Herbert Snell.

Würde der vom Marketing getriebene Wechsel zu farbenfrohen PET- Verpackungen anhalten, könnten demnächst europaweit jährlich rund 300.000 Tonnen dieser farbigen Kunststoffe zusätzlich auf den Markt kommen, schätzt PRE. Diese Entwicklung hat schwerwiegende Auswirkungen auf den Recyclingprozess: Werden die bunten mit den transparenten Verpackungen gemeinsam gesammelt, müssen die farbigen Anteile in einem zusätzlichen Schritt separiert und anschließend grau oder schwarz eingefärbt werden, bevor sie in den Verkauf gehen können. Doch gebe es für ein solches Produkt aus grauen oder schwarzen Recycling-PET auf absehbare Zeit kaum Nachfrage, bestätigt Snell die Einschätzung des europäischen Verbands zu den Vermarktungschancen. „Die Extrakosten für den Sortieraufwand sind kaum zu leisten bei auf einem Rezyklatmarkt, der ohnehin schon unter Druck steht“, befürchtet er.

Auch die PE/PP-Verwerter blicken mit Sorge auf die neue Entwicklung: „Auch bei uns landen immer mehr PET-Verpackungen, die vorher aus gut zu recycelnden Polyethylen oder Polypropylen hergestellt waren. Das mindert nicht nur unseren verwertbaren Input, sondern verursacht zusätzliche Kosten, weil wir das Material ausschleusen und kostenpflichtig entsorgen lassen müssen“, erläutert Scriba vom Regranulat-Produzenten mtm plastics.

Der Rat der Recyclingexperten ist eindeutig: Flaschen etwa für Reinigungsmittel, Shampoos oder Kosmetika sollten aus den Materialien PP oder PE-HD hergestellt werden. Die Substitution von PP und PS im Schalenbereich durch PET ist aus ihrer Sicht ein Negativbeispiel für die Entwicklung, die jetzt auch bei Flaschenverpackungen erwartet wird. Die PET-Schalen und Blister werden zurzeit nahezu vollständig verbrannt, anstatt zu einem neuen Rohstoff für die kunststoffverarbeitende Industrie verarbeitet zu werden. Die Einfärbungen und Mehrschichtigkeit der Verpackungen sind der Grund. Dagegen haben Produktdesigner beim Einsatz der Polyolefine PE oder PP für die Verpackungen volle Freiheit in der Farbgestaltung, da diese Kunststoffe seit Jahren nachweislich erfolgreich zu recyceln sind, betonen die Recycling-Unternehmer.

Quelle: mtm plastics GmbH, MultiPet GmbH / Multiport GmbH