Erstes maschinelles Sortierzentrum für Plastikflaschen in der Schweiz eröffnet

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Erstes Schweizer Sortierzentrum für Plastikflaschen (Quelle: PET Recycling Schweiz)

Frauenfeld, Schweiz — Seit gestern können in der Schweiz erstmals nebst Getränkeflaschen aus PET auch Plastikflaschen für Shampoos, Wasch- und Reinigungsmittel aus völlig unterschiedlichen Plastiksorten maschinell sortiert werden. Die Müller Recycling AG hat dazu über 10 Millionen Franken in eine neue Sortieranlage investiert. Die neue Technologie soll sich auch positiv auf das Recycling von PET-Getränkeflaschen auswirken.

Dennoch bleibt die Separatsammlung wichtig: Trotz der neuen maschinellen Möglichkeiten müssen die beiden Stoffströme PET-Getränkeflaschen und übrige Plastikflaschen aus lebensmittel-hygienischen Gründen getrennt gehalten werden. Absehbares Ziel ist, dass auch aus gebrauchten Plastikflaschen neue werden, so wie das beim Recycling der PET-Getränkeflaschen schon seit 15 Jahren der Standard ist. Das so genannte Bottle-to-Bottle-Verfahren ist der Hauptgrund, weshalb das PET-Recycling heute doppelt so umweltfreundlich ist als die Entsorgung im Abfall.

Von 500 auf 20.000 Tonnen pro Jahr gesteigert

In den letzten Jahren kamen immer mehr Materialien ins Recycling. Wurden 1991 noch knapp 500 Tonnen Materialien bei der Müller Recycling AG verarbeitet, waren es im letzten Jahr fast 20.000 Tonnen. Seit diesem Jahr können auch Plastikflaschen maschinell sortiert werden, weil das Familienunternehmen umgehend reagierte, als bekannt wurde, dass zuerst der Grossverteiler Migros und dann auch Coop Plastikflaschen zu sammeln begannen.

Für Christine Wiederkehr-Luther, Leiterin Umwelt des Migros-Genossenschafts-Bundes, ist die Ende 2013 eingeführte Plastikflaschensammlung bereits eine Selbstverständlichkeit: „Mit ihr leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.“ Der Einsatz von modernsten Technologien erlaubt, dass noch mehr Plastikflaschen rezykliert werden und bewirkt eine Steigerung der Qualität des Rezyklats – eine wichtige Voraussetzung, um dieses zukünftig wieder in der Industrie als hochwertigen Rohstoff einsetzen zu können.

Positiv für Verwertungsquote

Auch Michel Monteil, Leiter der Abteilung Abfälle und Rohstoffe beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU), anerkennt diese Leistung: „Das Sortierwerk ist ein wichtiger Beitrag zur Schliessung von Stoffkreisläufen und trägt dazu bei, dass der ökologische Fussabdruck unseres Landes kleiner wird. Durch die Sortierung in der Schweiz können Abfalltransporte ins Ausland vermieden und Arbeitsplätze im Inland generiert werden.“

Messungen haben gezeigt, dass in der Plastikflaschensammlung oft PET-Getränkeflaschen enthalten sind, die für die Quotenberechnung relevant wären. Mit der Sortierung in der neuen Anlage können nun auch diese „geborgen“ und recycelt werden, was sich positiv auf die Verwertungsquote auswirkt.

Quelle: PET-Recycling Schweiz