Deutsches Verpackungsinstitut ruft 11. Juni als Tag der Verpackung aus

1633
Quelle: Deutsches Verpackungsinstitut e.V.

Berlin — Die Verpackung ist Recyclingweltmeister und Pionier der Kreislaufwirtschaft, sagt das Deutsche Verpackungsinstitut e.V. in Berlin. Aus Anlass des 1. Tags der Verpackung am 11. Juni 2015 informiert das Institut mit anderen Akteuren über die Verpackung, ihre Ökobilanz und ihre Innovationen.

Die Verpackung leistet mit immer weniger Energie- und Materialeinsatz immer mehr. Für die Herstellung von Behälterglas benötigen wir heute 60 Prozent weniger Energie als 1965. Aus der gleichen Menge Holz produzieren wir bis zu 80 Prozent mehr Karton als 1985. Eine Getränkedose war 1955 viermal so schwer wie heute, eine Bierflasche dreimal. Das Gewicht einer PET-Flasche hat sich in den letzten Jahrzehnten um mehr als 50 Prozent verringert.

Über 15 Millionen Tonnen Verpackungen wurden 2013 in Deutschland nach Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) verbraucht. Fast 97 Prozent davon wurden gesammelt und der Verwertung zugeführt. Die Recyclingquote lag bei 80,9 Prozent. 4 von 5 Verpackungen wurden also am Ende ihres Lebenszyklus zum Wertstoff und damit zum Ausgangspunkt für neue Produkte. 48 Prozent der Verpackungen flossen sogar direkt zurück in den Kreislauf und wurden als Verpackung wiedergeboren. Insgesamt machen Verpackungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 4 Prozent des gesamten Abfalls aus. Ihr Anteil an unserem CO2-Fußabdruck beträgt circa 1 Prozent. Trotz der vergleichsweise geringen Werte übernimmt die Verpackung in Umweltfragen dennoch oft die Funktion eines Pioniers.

Allerdings kommen in Ländern, in denen es kein funktionierendes Recycling- und Mehrwegsystem gibt, Verpackungen im besten Fall in eine Verbrennungsanlage, geraten im schlechtesten Fall aber ins Meer, wo sie für Flora und Fauna eine Gefahr darstellt. Nach Angaben des „Project Blue Sea“ machen Verpackungen bei der Interaktion von Meeresorganismen mit marinen Abfällen weltweit einen Anteil von 10 Prozent aus. 57 Prozent stammen von Tauen und Netzen, 11 Prozent von Bruchstücken, 8 Prozent von anderen Fischereiüberresten und 6 Prozent von Mikroplastik.

Um den steigenden Ansprüchen und Anforderungen gerecht zu werden, arbeiten Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackung permanent an Innovationen. Zertifizierte Rohstoffe aus nachhaltiger Bewirtschaftung, biologisch abbaubare Kunststoffe, High-Tech-Beschichtungen für optimierte Entleerbarkeit, aktive Schutzatmosphären für verlängerte Haltbarkeit, neue Techniken für optimale Wiederverschließbarkeit, Mehrwegsysteme, modernste Sortieranlagen für das Recycling oder energieeffiziente Maschinen und Systeme sind nur einige der Forschungsfelder für eine immer bessere Ökobilanz. Aber auch scheinbar einfache Lösungen zählen dazu, wie der Nachfüllbeutel, mit dem sich bis zu 97 Prozent Gewicht und Material sparen lassen.

Mit dem D-A-CH-weit am 11. Juni stattfindenden Tag der Verpackung wollen Hersteller von Verpackungen und Verpackungsmaterialien, Forschungsinstitute, Verbände und Agenturen aus der gesamten Wertschöpfungskette über die Bedeutung der Verpackung und die Leistungsfähigkeit ihrer Akteure informieren. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen geben die Unternehmen Einblicke in ihre Arbeit, informieren die lokale Öffentlichkeit und zeigen Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Rund 500.000 Menschen arbeiten im Umfeld der Verpackung, in einer der größten und dynamischsten Branchen der Wirtschaft.

Weitere Informationen sind unter tag-der-verpackung.org erhältlich.

Quelle: Deutsches Verpackungsinstitut e.V.