Bürostuhl, Bahnschwelle, Blumentopf: Best Recycled Product 2015-Preise vergeben

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Der leicht zerlegbare HÅG Capisco Bürostuhl aus recycelten Materialien (Quelle: Scandinavian Business Seating, RIGK)

Brüssel, Mai 2015 ‒ Der HÅG Capisco Bürostuhl von Scandinavian Business Seating aus Oslo in Norwegen gewann den ersten Platz beim Wettbewerb „Best Recycled Product 2015“ (Bestes recyceltes Produkt 2015). Der Preis wird alljährlich von der EPRO (European Association of Plastics Recycling and Recovery Organisations) in Zusammenarbeit mit den Organisationen PlasticsEurope, Plastics Recyclers Europe, European Plastics Converters und ACR+ ausgeschrieben.

Der HÅG Capisco Bürostuhl wurde in Rom am 29. April 2015 zum Gewinner dieser Auszeichnung gekürt. Atle Thiis-Messel von Scandinavian Business Seating meint dazu: „Der HÅG Capisco ist der erste Bürostuhl, der das Umweltzeichen ‚Nordischer Schwan‘ tragen darf. Der HÅG Capisco besteht zu 50 Prozent aus recycelten Materialien ‒ Stahl, Aluminium und Kunststoffen. Die Kunststoffteile werden aus 100 Prozent recyceltem PP (68 Prozent aus Endverbraucherabfällen und 32 Prozent aus Industrieabfällen) hergestellt. Die Aluminiumteile werden aus 90 bis 100 Prozent recyceltem Material gefertigt. Der HÅG Capisco wurde auf einfache Zerlegbarkeit ausgelegt und kann ohne spezielle Werkzeuge in wenigen Minuten auseinandergebaut werden. Das erleichtert die Trennung der verschiedenen Materialien für das Recycling.“

Der zweite Platz ging an die RPT®-Gleisschwellen des deutschen Unternehmens PAV GmbH & Co KG. Dieses neue und nachhaltige Produkt besteht zu 65 bis 85 Prozent aus HDPE und zu 15 bis 35 Prozent aus Glasfaser. Den dritten Platz belegte der Eco Potagator von ashortwalk Ltd. aus Großbritannien, ein ökologischer und dekorativer Pflanztopf, der aus alten Verpackungen hergestellt wird.

EPROS Co-Vorsitzender Franics Huysman erläutert die Idee hinter dem Wettbewerb „Best Recycled Product“: „Verpackungsdesign aus Kunststoff, verbesserte Sammelsysteme, Fortschritte in der Sortiertechnik in Verbindung mit einer größeren Bandbreite an Wiederaufbereitungsmöglichkeiten und -anwendungen bedeuten, dass heute immer weniger Kunststoffe auf Deponien gelagert werden müssen. EPRO glaubt, dass einer der wichtigsten Wege zu verstärktem Recycling die Schaffung eines Bewusstseins für aus Kunststoff-Rezyklaten hergestellte Produkte und damit die Förderung der Nutzung von Recyclingstoffen und des Kunststoffzyklus ist. Dieser Wettbewerb bietet der Industrie darüber hinaus die Gelegenheit, ihr Engagement zu demonstrieren und sich im Bereich der unternehmerischen Sozialverantwortung zu betätigen, während Verbraucher die Reichweite ihres umweltfreundlichen Handelns besser verstehen lernen.“

2009 lud die EPRO erstmals Hersteller von Produkten aus recycelten Kunststoffen zur Teilnahme an diesem jährlichen Wettbewerb ein. Seitdem ist das vorrangige Ziel dieses Wettbewerbs, das Bewusstsein für den Nutzen und die Vielseitigkeit von gebrauchten Kunststoffen aus Endverbraucher- oder Industrieabfällen zu stärken, die Möglichkeiten zur Wiederverwertung dieses Materials zu fördern und es statt als Müll wahrzunehmen als wertvolle Ressource zu würdigen. Bisher haben an diesem Wettbewerb fast 180 Beiträge aus 25 Ländern teilgenommen und der Anwendungsbereich für recycelte Kunststoffe hat sich erheblich erweitert. 2015 erhielten die Gewinner zum ersten Mal zusätzliche Medienaufmerksamkeit in Form von bezahlter Berichterstattung in Branchenzeitschriften (5.000 €), die von Corepla, einem italienischen Mitglied der EPRO, gesponsert wurde.

Quelle: Gesellschaft zur Rückführung industrieller und gewerblicher Kunststoffverpackungen mbH (RIGK)