Fraktion Die Linke fordert Verbot des Kältemittels R1234yf für Kfz-Klimaanlagen

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Kühlergrill (Foto: © bildpflücker /http://www.pixelio.de)

Berlin — Die Fraktion Die Linke fordert ein Verbot des Kältemittels R1234yf für Klimaanlagen von Kraftfahrzeugen. Außerdem sollten alle Stoffe von der Nutzung als Kältemittel ausgeschlossen werden, die als hochentzündlich oder hochtoxisch klassifiziert würden und über die keine abschließende Risikobewertung nach der REACH-Stoffbewertung vorläge, schreibt sie in einem Antrag (18/4840). 

In der Begründung heißt es, mit der Einführung des Kältemittels sei ein unnötiges Risiko für die Gesundheit von Fahrzeuginsassen, Rettungskräften und anderweitig bei Unfällen beteiligten Personen geschaffen worden. Zudem seien „gravierende Risiken“ erst nach Inverkehrbringen öffentlich bekannt gemacht worden.

Bei Brandversuchen des hochentzündlichen Kältemittels durch den Daimler-Konzern, die Bundesanstalt für Materialforschung und durch unabhängige Wissenschaftler entstanden erhebliche Mengen Fluorwasserstoff und in der Folge bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit oder Löschwasser ätzende Flusssäure. Die Bundesregierung stellte bereits im Jahr 2010 fest, dass sie dies für gesundheitlich bedenklich hält. Darüber hinaus würden neuere Veröffentlichungen der Technischen Universität München nahelegen, dass bei der Verbrennung des Kältemittels signifikante Mengen Carbonyldifluorids entstehen, das chemisch mit dem im 1.Weltkrieg eingesetzten Kampfstoff Phosgen verwandt sei.

Trotz der bekannten Risiken für das Kältemittel würden bislang keine abschließende Risikobewertung nach REACH-Stoffbewertung vorliegen. Es ist auch unbekannt, inwieweit die Deutschen Chemikalienbehörden mit der Risikobewertung der Europäischen Chemikalienbehörden nicht konform gehe. Die Bundesregierung könne bzw. dürfe derzeit keine Auskunft über die Inhalte und über den Zeitplan des deshalb bei der EU-Kommission anhängigen Komitologieverfahrens geben. Deshalb – so das Fazit der Fraktion Die Linke – blieben sowohl die Öffentlichkeit als auch die Automobilhersteller derzeit im Unklaren über eine offizielle Einschätzung der tatsächlich von dem Kältemittel ausgehenden Risiken.

Quelle: Deutscher Bundestag