Konfliktrohstoffe: Neue BGR-Studie will Empfehlungen für KMU geben

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Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

Hannover — Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat vor wenigen Tagen erste Ergebnisse ihrer Studie zur Umsetzung von Sorgfaltspflichten im Umgang mit so genannten Konfliktrohstoffen wie Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold vorgestellt. Wichtigstes Ergebnis: Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) benötigen konkrete Handlungsempfehlungen, um die bestehenden Management- und Berichtspflichten umzusetzen.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf einer Umfrage unter KMU aus den Bereichen Automobil, Elektronik, Medizintechnik und Schmuckverarbeitung sowie auf Interviews mit Unternehmen und Industrieverbänden dieser Branchen aus den USA, China und Europa.

Danach bestehen bei einer Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen der verarbeitenden Industrie in der nachgelagerten Lieferkette Unklarheiten bezüglich der gesetzlichen Anforderungen. Zudem mangelt es häufig an Hintergrundinformationen. Ein weiteres großes Problem sind fehlende Mitarbeiter und fehlende Transparenz in der vorgelagerten Lieferkette z.B. über Rohstofflieferanten. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass KMU, die frühzeitig von ihren Abnehmern in die Thematik einbezogen wurden, durchaus in der Lage sind, ihren Sorgfaltspflichten angemessen nachzukommen. Deshalb empfehlen die BGR-Experten, KMU in Zukunft hierbei besser zu unterstützen. Es sollten konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt und diese in verständlichen Informationsmaterialien und Trainingsprogrammen vermittelt werden.

Mehr als 95 Prozent der Unternehmen in der nachgelagerten Lieferkette sind KMU. Das US-amerikanische Dodd-Frank-Gesetz sowie die OECD-Leitlinie für unternehmerische Sorgfaltsprüfung in Konflikt- und Hochrisikogebieten verpflichtet die Unternehmen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Konfliktrohstoffen nachzuweisen. Ausgelöst wurden diese Regelungen durch den Bürgerkrieg im Ostkongo. Dort finanzieren Rebellengruppen seit Jahren ihren bewaffneten Kampf durch den illegalen Abbau von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold.

Derzeit wird auf europäischer Ebene eine Verordnung zum verantwortungsvollen Import von Konfliktrohstoffen diskutiert. Dabei wurden Unterstützungsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen angekündigt. Die Studie liefert hierfür eine wichtige Grundlage. Sie wird endgültig im Juli 2015 vorliegen.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)