EU fördert Forschungsvorhaben zu Verwertungsmöglichkeiten von Glycerin

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Laboranalyse (Foto: © Michael Bührke / http://www.pixelio.de)

Leipzig — Sammlung, Untersuchung und Entwicklung von Technologien zur Umwandlung von Abfall-Glycerin aus der Biodieselproduktion in hochwertige Endprodukte innerhalb eines Bioraffineriekonzeptes ist Ziel eines neuen vierjährigen Vorhabens. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum sowie zahlreiche europäische Projektpartner starteten das Forschungsvorhaben „Glycerol Biorefinery Approach for the Production of High Quality Products of Industrial Value“ (GRAIL) vor kurzem mit dem offiziellen Kick-Off-Treffen im spanischen Barcelona.

Glycerin fällt vermehrt als Nebenprodukt während der Umesterung biogener Öle zu Biodiesel an. Das Konsortium des Projektes GRAIL greift neuartige Lösungsvorschläge im Bereich der Glycerinverwertung auf und entwickelt diese mithilfe von theoretischen, analytischen und experimentellen Untersuchungen weiter. So sollen vielversprechende Bioraffinerie-Konzepte mit besonderem Fokus auf die Biodieselproduktion ausgearbeitet werden.

„Die Strategie des Vorhabens wird im Wesentlichen durch drei Säulen gestützt: Dies ist zum einen die Analyse der Ausgangsmaterialien, zum anderen die Produktentwicklung in den drei Produktpfaden Biokraftstoffe, Grüne Chemikalien und Lebensmittelzusätze und nicht zuletzt die Untersuchung der industriellen Machbarkeit“, so die DBFZ-Projektleiterin Stephanie Hauschild. Innerhalb der acht Arbeitspakete ist das Deutsche Biomasseforschungszentrum mit fünf Aufgabenstellungen in drei Arbeitspaketen am EU-Vorhaben beteiligt. Hierzu zählt das Erstellen einer europaweiten und internationalen Potentialanalyse, die Erarbeitung von Wertschöpfungsketten und bisherigen Verwendungsmöglichkeiten von Glycerin, analytische (labortechnische) Untersuchungen, die Erarbeitung von Massen- und Energiebilanzen sowie Life Cycle Assessments und Life Cycle Costs (In Zusammenarbeit mit VERTECH).

Weitere Arbeiten werden von den folgenden Projektpartnern übernommen: IUCT (Projektleitung), In.Bio, STU Bratislave, VERTECH, MEGARA, Biozoon, ENEA, Universität Aalborg, SINTEF, Universität Católicia de Valparaíso, Universität Belfast, Processi Innovativi, Hochschule Bremerhaven und CENTIV.

Das 7,9 Mio. € schwere Vorhaben wird durch die Europäische Kommission (Seventh Framework Programme) mit fast 6 Mio. € gefördert.

Quelle: DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH