bvse tritt für freien und fairen Handel im Altpapiermarkt ein

1388
Altpapier (Foto: Kürth / Recyclingportal)

Bonn — Im Weltmarkt für Altpapier ändern sich Struktur der Marktteilnehmer und gesetzliche wie behördliche Anforderungen ständig, betonte Andreas Otto, Geschäftsführer der Melosch Export GmbH, auf dem 18. Internationalen Altpapiertag in Berlin Ende April. Die Unterschiede innerhalb und zwischen den Märkten dürften sich künftig noch vergrößern.

Oft stehen eigene Sammelkapazitäten und gute Altpapierqualitäten in verschiedenen Ländern nicht ausreichend zur Verfügung. Das mache – Andreas Otto – den freien und fairen Handel für den Ausgleich zwischen den Märkten unumgänglich. Eine Hoffnung für die Zukunft läge nach wie vor auf einer europäischen Regelung zum Ende der Abfalleigenschaft für qualitativ hochwertig aufbereitetes Altpapier und dem damit verbundenen Wegfall der sich als Handelshemmnis erweisenden abfallrechtlichen Vorschriften zum grenzüberschreitenden Transport.

Doch durch unterschiedliche Auslegung und Handhabung wirkten sich gerade diese Vorschriften zur grenzüberschreitenden Verbringung auch äußerst erschwerend auf das reibungslose Funktionieren einer globalisierten Logistik aus, wie John Paul Mackens, Manager des Logistikspezialisten Kühne + Nagel, in anschaulichen Fallbeispielen bestätigen konnte.

Der deutsche Altpapiermarkt wird in Zukunft verstärkt auf Importe angewiesen sein, prognostizierte Henri Vermeulen, Vizepräsident des Bereiches Altpapier der Smurfit Kappa Gruppe. Deutschland könne den wachsenden Altpapierbedarf seiner Papierindustrie von rund 16 Millionen Tonnen pro Jahr nicht mehr allein aus inländischen Erfassungskapazitäten decken: Die Sammelquoten seien nahezu bis zum Maximum ausgereizt. Und verbleibende Erfassungsquellen, die jetzt noch für den Markt ausgeschöpft werden, seien oft teuer und das Papier von schlechterer Qualität. Auch in Nachbarländern wie Österreich oder Polen sieht die Situation nicht anders aus.

Dennoch sind laut Vermeulen im europäischen Raum insgesamt noch Potenziale vorhanden: Frankreich und Italien verzeichneten noch ebenso Überschüsse wie das Vereinigte Königreich, in dem sogar die Hälfte des europäischen Altpapier-Überhanges entsteht. Nach Vermeulens Ansicht werden die Märkte Angebot und Nachfrage von alleine regeln und Eingriffe, etwa durch die Politik, sich eher störend auf diese funktionierenden Mechanismen auswirken.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.