Technologiemetalle: Montanuni erhält neues Labor für Extraktive Metallurgie

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Universitätsgebäude (Foto: Montanuni Leoben)

Leoben, Österreich — Gewinnung und Recycling von Technologiemetallen bilden den Schwerpunkt eines neuen Labors, das die Christian Doppler Gesellschaft kürzlich der Montanuniversität Leoben genehmigt hat.

Energieeinsparung und das Recycling unterschiedlichster Wertstoffe, insbesondere von Metallen, besitzen schon lange einen hohen Stellenwert.Dabei konzentrierte sich die Rückgewinnung vor allem auf die großen Stoffströme der klassischen Massenmetalle (Eisen, Aluminium, Kupfer etc.) sowie die sehr wertvollen Edelmetalle (Silber, Gold, Platin etc.), für die bereits ausgeklügelte Technologien und Prozesse verfügbar sind. Die treibenden Kräfte hierfür waren neben Aspekten der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes vor allem wirtschaftliche Überlegungen.

Daher fand die Erzeugung der sonstigen Technologiemetalle (Refraktärmetalle wie beispielsweise Wolfram; Seltene Erden wie unter anderem Neodym und Europium; Nickel, Cobalt, Antimon, Indium etc.) aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Produktionsmengen von wenigen Ausnahmen abgesehen bisher kaum Beachtung. Im Gegensatz zur Verfügbarkeit der Energierohstoffe, welche seit den Ölkrisen in den 1970er genau beobachtet wird, fand der langfristig gesicherte Zugang zu den Ressourcen für diese Elemente aufgrund des zumeist niedrigen Preisniveaus bislang kaum Aufmerksamkeit.

Erst durch den massiven Ausbau der alternativen Energiequellen wie Windkraftwerken oder Photovoltaikanlagen, die enorme Mengen an Technologiemetallen benötigen, rückten die in diesem Bereich vorliegenden Versorgungsrisiken und Engpässe in den Fokus der industriellen und politischen Entscheidungsträger.

Das nun am Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben eingerichtete Christian Doppler Labor für Extraktive Metallurgie von Technologiemetallen unter der Leitung von Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr.mont. Stefan Luidold soll gemeinsam mit Industriepartnern einerseits geeignete Technologien und Verarbeitungsrouten entwickeln, um diese Elemente aus konkreten, bislang ungenutzten Rohstoffquellen (unkonventionelle Erze, Reststoffe, Schrotte, gebrauchte Konsumgüter, etc.) zu gewinnen. Andererseits soll das limitierte Wissen über deren Verhalten in den verschiedensten Prozessstufen erweitert werden.

„Letzteres bildet eine ideale Ausgangsbasis, um die Palette der ökonomisch und ökologisch verwertbaren Ressourcen zu erweitern. Letztendlich soll dadurch die Position der hochentwickelten österreichischen Industrie gestärkt werden, welche vor allem zur Sicherung zahlreicher, oftmals hochwertiger Arbeitsplätze beiträgt“, erläutert Luidold.

Quelle: Montanuniversität Leoben