EU Kommission: CRH darf Lafarge- und Holcim-Produktionsstätten übernehmen

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Quelle: CRH Plc

Brüssel — Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme bestimmter Vermögenswerte der Schweizer Gesellschaft Holcim und der französischen Gesellschaft Lafarge durch den irischen Baustoffhersteller CRH nach der EU‑Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Kommission ist zu dem Schluss gelangt, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt, da das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiterhin ausreichendem Wettbewerbsdruck ausgesetzt sein wird und den Verbrauchern auf allen betroffenen Märkten alternative Anbieter zur Verfügung stehen werden.

Das in Irland ansässige Unternehmen CRH Plc ist ein internationaler Konzern, der vor allem in der Herstellung und im Vertrieb einer breiten Palette von Baumaterialien wie Zement, Asphalt, Transportbeton und Baustoffen tätig ist. CRH erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 18 Mrd. EUR und beschäftigt rund 76.000 Mitarbeiter. Holcim (Schweiz) und Lafarge (Frankreich) sind weltweit tätige Baustoffhersteller.

Global konzipiertes Veräußerungspaket

Bei den von Holcim und Lafarge zu veräußernden Vermögenswerten handelt es sich um Produktionsstätten für Grau- und Weißzement, Zuschlagstoffe, Transportbeton, Asphalt und andere Baustoffe. Sie liegen in verschiedenen Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Ungarn, Slowakei, Rumänien) und sind Teil eines umfassenderen und global konzipierten Veräußerungspakets (das auch Vermögenswerte in den Vereinigten Staaten, in Brasilien und Serbien sowie auf den Philippinen umfasst).

Das Vorhaben betrifft Vermögenswerte im Wert von mehreren Milliarden Euro, zu deren Veräußerung Holcim und Lafarge sich im Dezember 2014 verpflichtet haben, um von der Kommission die Genehmigung ihres Zusammenschlusses zu erhalten. Die Tätigkeiten von CRH überschneiden sich in einer Reihe von Bereichen wie z. B. Zement, Zuschlagstoffe, Transportbeton und Asphalt mit den zu veräußernden Geschäftsbereichen. Da die meisten dieser Baustoffe in geringer Entfernung von ihrem Herstellungsort verkauft werden, konzentrierte sich die Kommission bei ihrer Prüfung auf die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf Kunden, die in der Nähe der Produktionsstätten von CRH und der zu veräußernden Vermögenswerte angesiedelt sind.

Im Mittelpunkt der Prüfung standen die Folgen des geplanten Zusammenschlusses für den Wettbewerb auf dem Markt für Grauzement in drei Gebieten: der Grenzregion zwischen Polen und der Slowakei, der Grenzregion zwischen Frankreich und Belgien und dem Vereinigten Königreich. Darüber hinaus betrachtete die Kommission die Wettbewerbssituation hinsichtlich Transportbeton, zementartigen Baustoffen, Zuschlagstoffen und Asphalt in mehreren Gebieten des Europäischen Wirtschaftsraums.

Keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken

Im Vereinigten Königreich hat die Kommission insbesondere Überschneidungen in Südwales und Schottland geprüft und befunden, dass das Unternehmen auch nach dem Zusammenschluss Wettbewerbsdruck von Seiten großer integrierter Anbieter wie Hanson (HeidelbergCement), Cemex, Hope und LafargeHolcim sowie durch Importeure ausgesetzt sein wird. In Bezug auf Frankreich, Belgien, die Slowakei und Polen ergab die Untersuchung der Kommission, dass die Marktanteile nur unwesentlich zunehmen und das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiterhin eine Reihe von Wettbewerbern haben wird.

Die Kommission stellte ferner fest, dass der Wettbewerb in bestimmten Gebieten des EWR in Bezug auf die Herstellung von Transportbeton, zementartigen Baustoffen, Zuschlagstoffen und Asphalt durch den geplanten Zusammenschluss nicht geschwächt werden dürfte, da alternative Anbieter vorhanden sind.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Quelle: EU Kommission