EU-Parlament geht gegen Verschwendung von Kunststofftüten vor

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Quelle: EU-Parlament

Brüssel — EU-Länder müssen den Verbrauch der am weitesten verbreiteten und umweltschädlichsten Plastiktüten verringern. So steht es in einem Gesetzentwurf, den das EU-Parlament am Dienstag angenommen hat. „Diese Gesetzgebung wird allen Beteiligten Nutzen bringen“, sagte die Berichterstatterin Margrete Auken.

Nachdem das Parlament ihren Bericht angenommen hatte, der das Abkommen mit dem Rat vom vergangenen November billigt, erklärte Margrete Auken: „Es geht hier um ein immenses Umweltproblem. Milliarden Plastiktüten gelangen als unbehandelte Abfälle in die Umwelt. Sie schädigen die Natur, die Fische und die Vögel, und wir müssen dies nun in den Griff bekommen.“ Und fügte hinzu: „Die Europäische Kommission sagt, dass die EU-Mitglieder das Problem auf nationaler Ebene regeln sollen, aber sie tun es nicht! 740 Millionen Euro pro Jahr könnten so eingespart werden – das hat die Kommission selbst berechnet.“

So hat 2010 jeder EU-Bürger geschätzt 198 Plastiktüten genutzt, 90 Prozent davon leichte Tüten. Wird nichts unternommen, wird der Verbrauch von Plastiktüten erwartungsgemäß weiter steigen. Laut der Europäischen Kommission sind mehr als 8 Milliarden Plastiktüten in der EU im Jahr 2010 zu Abfall geworden.

Nach dem jetzigen Wortlaut der Richtlinie müssen die Mitgliedstaaten zwischen zwei Verpflichtungen wählen:

  • Entweder sie ergreifen Maßnahmen, die sicherstellen, dass der jährliche Verbrauch im Durchschnitt nicht mehr als 90 leichte Kunststofftragetaschen pro Person bis Ende 2019 und nicht mehr als 40 leichte Kunststofftragetaschen pro Person bis 2025 beträgt.
  • Oder sie stellen sicher, dass leichte Kunststofftragetaschen bis Ende 2018 in den Verkaufsstellen von Waren nicht mehr kostenfrei abgegeben werden, falls keine gleichermaßen wirksamen Instrumente angewendet werden.

Die EU-Kommission ist außerdem verpflichtet, die Auswirkungen von „oxo-biologisch abbaubaren“ Plastiktüten, bei denen der Kunststoff in Mikropartikel zerfällt, auf die Umwelt zu untersuchen und geeignete Maßnahmen vorzuschlagen. Bis 2017 muss sie Einzelheiten für eine EU-weite Kennzeichnung von biologisch abbaubaren und kompostierbaren Kunststoffsäcken festlegen.

Ein Videoclip, der für Maßnahmen gegen ein Meer aus Müll plädiert, steht unter europarl.europa.eu zur Verfügung.

Quelle: EU-Parlament