Zukunft von Recycling und Konsum: BMUB startet Bürgerdialog zu Ressourcenfragen

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Quelle: BMUB / UBA

Berlin — Mit der ersten von insgesamt fünf Bürgerwerkstätten startet das Bundesumweltministerium heute den Bürgerdialog zum Deutschen Ressourceneffizienzprogramm „ProgRess“ in Berlin. Ziel von „ProgRess“ ist es, den Abbau und die Nutzung natürlicher Ressourcen nachhaltiger zu gestalten sowie die damit verbundenen Umweltbelastungen so weit wie möglich zu reduzieren.

Der breit angelegte Bürgerdialog „GesprächStoff: Ressourcenschonend leben“, den das BMUB mit dem Umweltbundesamt konzipiert hat, bietet die Möglichkeit, an einem Programm der Bundesregierung direkt mitzuwirken. Dies ist auf Bundesebene ein Novum. Die Bürger/innen äußern nicht nur ihre Meinung, sondern präsentieren und diskutieren die Ergebnisse anschließend auch mit den Fachleuten. Ihre Vorschläge fließen dann als „Bürgerratschlag“ in das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm ein. Bis zum Sommer werden in insgesamt fünf ganztägigen Bürgerwerkstätten und einen Online-Dialog die Standpunkte und Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Ressourcenschonung diskutiert.

Per Zufallsverfahren ausgewählt

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen unter anderem folgende Fragen: Wie kann man im Alltag ressourcenschonender leben? Können wir zum Beispiel unser Recycling verbessern? Wann und warum kaufe ich mir z. B. ein Auto oder entscheide mich für den öffentlichen Nahverkehr oder CarSharing? Brauche ich einen Handyvertrag, der mir jedes Jahr ein neues Handy beschert? Wie lange nutze ich ein Produkt? Kaufe ich mir ein neues oder lasse ich es vielleicht doch lieber reparieren?

Die Bürgerwerkstätten finden über das Bundesgebiet verteilt und in Städten unterschiedlicher Größe statt. Die Veranstaltungsorte sind Berlin, Jena, Hameln, Heubach (Ostalbkreis) und Düsseldorf. Dort diskutieren jeweils 50 per Zufallsverfahren ausgewählte Bürger/innen über ihre Ansichten und Ideen für einen zukunftsorientierten Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Durch die Zufallsauswahl wird gewährleistet, dass möglichst viele Menschen mit verschiedenen Hintergründen am Bürgerdialog teilnehmen.

Als „Bürgerratschlag“ festgehalten

Gleichzeitig ist der Bürgerdialog auch offen für alle: Vom 19. Mai bis 16. Juni 2015 findet dazu ein Online-Dialog statt. Alle Bürger/innen können dort ihre Ideen zum Ressourceneffizienzprogramm einbringen: Welches Ressourcen-Thema braucht mehr Aufmerksamkeit? Was darf bei der Überarbeitung von „ProgRess“ nicht fehlen? Bereits jetzt können sich alle Interessierten auf der Internetseite gespraechstoff-ressourcen.de über den Prozess und den Hintergrund des Bürgerdialogs informieren.

Die Ergebnisse aller Veranstaltungen und des Online-Dialogs werden in Form eines so genannten Bürgerratschlages festgehalten, der in die Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms eingeht. Teilnehmende aus Bürgerwerkstätten und Online-Dialog können sich freiwillig als „Bürgerbotschafter/innen“ melden, um diesen Bürgerratschlag gemeinsam fertig zu stellen und im Herbst 2015 an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zu übergeben.

Bleibt zu hoffen, dass das Einbeziehen der Öffentlichkeit in die Veranstaltungsreihe besser funktioniert als bisher. Zwar wurde der erste Bürgerdialog mit einer Bürgerwerkstatt in Berlin auf der – dem breiten Publikum wohl eher unbekannten – Webseite „GesprächStoff“ am 23.3.2015 angekündigt. Das Bundesumweltamt selbst gab die Veranstaltungsreihe aber erst am 25.4.2015 bekannt – dem Tag, an dem der erste Bürgerdialog bereits stattfand.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit