Neue LVP-Wertstoffaufbereitungs-Anlage von Lobbe gilt als modernste in Europa

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LVP-Wertstoffaufbereitungs-Anlage (Quelle: Lobbe Holding GmbH )

Iserlohn — NRW-Umweltminister Johannes Remmel hat per symbolischem Mausklick die neue Wertstoffaufbereitungsanlage von Lobbe in Betrieb genommen. Mit vielen prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden feierte das Unternehmen die offizielle Einweihung der Wertstoffaufbereitungsanlage (WAA). Sie gilt als derzeit modernste in Europa. Rund 12 Millionen Euro hat Lobbe am Standort in Iserlohn-Sümmern in die Anlagentechnik investiert und gleichzeitig 30 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Seit Anfang dieses Jahres ist die europaweit modernste Sortieranlage für Leichtverpackungen aus der Sammlung der Dualen Systeme in Betrieb. Das Räderwerk, das hier mit der Präzision eines Uhrwerks ineinander greift, setzt Maßstäbe in Sachen Sortenreinheit. Neben Weißblech, Aluminium, Getränkekartons, Folien und Papier isoliert die Anlage mittels High-Tech-Sensoren vier verschiedene Kunststoffarten. Kunststoffe machen den größten Anteil bei den Verpackungsmaterialien aus. Gerade für hochwertige neue Produkte werden maximal sortenreine Sekundärrohstoffe benötigt und entsprechend nachgefragt. Für Lobbe ist das ein Bereich, in dem das Unternehmen sich zukünftig gut aufgestellt sieht.

Lobbe-Gesellschafter Gustav Edelhoff betonte in seiner Ansprache daher die Bedeutung dieser Investition in zweierlei Hinsicht: „Die Anlage ist aktiv in die Zukunft gewandt und bietet gute Voraussetzungen für langfristigen Erfolg, für stabiles Wachstum in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten. Gleichzeitig steht sie auch für Recycling und stoffliche Verwertung, somit für einen verantwortlichen Umgang mit knappen Ressourcen.“

Sortierung durch Mechanik und High-Tech

In der Anlage können jährlich bis zu 95.000 Tonnen Leichtverpackungen mit einer ausgefeilten Kombination von Mechanik und High-Tech vollautomatisch sortiert werden. Mehr als 100 Förderbänder mit einer Gesamtlänge von deutlich über einem Kilometer transportieren das Material zu den einzelnen Sortierstufen. An einigen Stellen erfolgt die Trennung des Materials nach Größe, Schwer- und Leichtgut oder Metallen mehr oder weniger mechanisch und lässt sich mit dem menschlichen Auge noch verfolgen.

Ganz anders verhält es sich bei der eingesetzten Nah-Infrarot-Technik (NIR). Sie erkennt die unterschiedlichen Kunststoffarten auf Basis ihrer jeweiligen spektralen Eigenschaften von reflektiertem Licht. Das Material wird gescannt und mit Hilfe von Luftdüsen zum Weitertransport auf das entsprechende Band befördert. Dies geschieht in Sekundenbruchteilen an insgesamt 15 NIR-Stationen, die für die hohe Qualität der Wertstoffe sorgen. Eine eigens für die Anlage entwickelte Programmierung steuert und überwacht über 220 Antriebe in diesem komplexen System.

Wirtschaftlich neue Perspektiven eröffnet

Ein besonderes Merkmal der WAA ist ihre Anpassungsfähigkeit. Mit Hilfe der hochmodernen Sortiertechnik lassen sich weitere Sortierfraktionen problemlos integrieren. Auf die seit langem geplante Einführung einer Wertstofftonne ist die WAA bereits bestens vorbereitet und selbst auf neue Verpackungsmaterialien lässt sich die Technik einstellen.

Für Geschäftsführer Michael Wieczorek ist die neue WAA ein Meilenstein für das Unternehmen. „Mit Blick auf die politisch geforderten ambitionierten Recyclingziele war die Entscheidung zum Bau dieser Anlage ein folgerichtiger Schritt. Damit eröffnen sich für uns als mittelständisches Unternehmen nicht nur wirtschaftlich neue Perspektiven. Wir haben neue Arbeitsplätze geschaffen und die bestehenden für die Zukunft gesichert – ganz in der Tradition unseres Familienunternehmens.“

Ein Video über die neue Wertstoffaufbereitungsanlage steht unter lobbe.de zur Verfügung.

Quelle: Lobbe Holding GmbH & Co KG