Asbest – noch immer versteckte Gefahr für Handwerker und Anwohner

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Asbestentsorgung (Foto: Bernard Maurin/fotolia)

Saarbrücken — Auch mehr als 20 Jahre nach dem Verbot der Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland ist diese Mineralfaser immer noch allgegenwärtig. Die einstige „Wunderfaser“ beschäftigt noch immer den Arbeitsschutz im Land. Die gravierenden gesundheitlichen Schäden wie etwa Lungenkrebs, die Asbest auslöst, sind längst bekannt.

Die aktuellen Zahlen der Gewerbeaufsicht bestätigen die wieder steigende Bedeutung von Asbest. Für das Jahr 2014 wurden dem für die Kontrolle zuständigen Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) insgesamt 581 (2013: 556) so genannte „objektbezogene Anzeigen zu Tätigkeiten mit asbesthaltigen Gefahrstoffen“ nach der Gefahrstoffverordnung übermittelt. Bei 103 (2013: 81) gewerblichen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungs-Arbeiten – im Fachjargon ASI-Arbeiten – musste weitergehend und vor Ort geprüft werden.

Bei rund 28 Prozent (2013: 36 Prozent) der Kontrollen des LUA wurden Mängel bei Asbestarbeiten festgestellt. Insgesamt wurden 4 (2013: 7) Bußgeldverfahren eingeleitet. 28 (2013: 16) Strafanzeigen wurden an das Landeskriminalamt (LKA) zur Prüfung weitergeleitet. Auch im privaten Bereich kontrollierte das LUA im Jahr 2014 in 8 (2013: 6) Fällen nach Eingang einer telefonischen Beschwerde von Anwohnern. Fünf (2013: 4) Beschwerden wurden ans LKA zur Tatbestandsprüfung einer Straftat weitergeleitet.

„Diese Zahlen zeigen, dass Asbestkontrollen nach wie vor unverzichtbar sind. Insbesondere in einem Land, in dem seit einer Generation ein Asbestverbot gilt, erkennen junge Arbeitnehmer und Bauarbeiter möglicherweise in den Gebäuden verbaute Asbestprodukte nicht. Wegen der gesundheitlichen Risiken dürfen die Vorschriften zum Schutz der Beschäftigten in der Bauwirtschaft nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wir müssen die versteckte Gefahr, die von Asbest für Mensch und Umwelt ausgeht, weiter sehr ernst nehmen“, unterstrich der saarländische Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost.

Quelle: Saarland – Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz