ÖNORM B 3151 bedeutet Änderungen für Straßenbauer und Recycling-Betriebe

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25 Jahre BRV (Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband)

Wien — Im Rahmen des Jubiläumskongresses des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbands (BRV) stellte dessen langjähriger Geschäftsführer Martin Car das neue österreichische Regelwerk für den Rückbau vor. Ergänzend zur bestehenden Werkvertragsnorm B 2251 „Abbrucharbeiten“ war zu Jahresbeginn der Rückbau als Standardabbruchmethode in der neuen ÖNORM B 3151 festgelegt worden.

Die neue Normierung regelt den organisatorischen und technischen Bereich für den Rückbau von Bauwerken des Hoch- und Tiefbaus. Ziel ist dabei, Grundsätze für die Trennung der einzelnen Materialien für die Verwertung oder Beseitigung festzulegen. Grundgedanke des Rückbaus ist es, sortenreine Abfallfraktionen zu erhalten, die möglichst frei von Schad- und Störstoffen sind. Demzufolge müssen Schad- und Störstoffe erkundet und separiert werden, um danach verwertbare Abbruchmaterialien möglichst sortenrein zu gewinnen.

Qualitätssteigerungen bei Recycling-Baustoffen erwartet

Der BRV unterstützt diese Entwicklung nicht nur durch Mitwirkung bei der Erstellung dieses Regelwerkes sondern auch durch die Ausbildung „rückbaukundiger Personen“, die laut Norm für den ordnungsgemäßen Abbruch von Nöten sind: Personen, die eine bautechnische oder chemische Ausbildung besitzen, erhalten über den BRV-Kurs „Abbrucharbeiten“ die notwendigen Kenntnisse über Abbrucharbeiten, Abfall- sowie Bauchemie und Abfallrecht. Über 250 Personen besitzen derzeit schon ein Zeugnis über die Absolvierung dieses Kurses.

Wie Car resümierte, steht der BRV hinter dieser, durchaus praktikablen, neuen Regelung des Rückbaus. Qualitätssteigerungen bei Recycling-Baustoffen sind insofern zu erwarten, da nunmehr im Rahmen der Angebotslegung dem bietenden Unternehmen mehr Unterlagen seitens des Bauherrn zur Bepreisung zur Verfügung gestellt werden (müssen).

Wenig Änderungen für „Häuslebauer“

Jutta Kraus stellte die Recycling-Baustoffverordnung in Abhängigkeit des jeweiligen Anwenders vor. Für „Häuslebauer“ ändere sich wenig; bei größeren Wohnhausanlagen müsste eine orientierende Schad- und Störstofferkundung bei Rückbauten durch eine rückbaukundige Person durchgeführt werden. Neben dem Rückbaukonzept müssten die identifizierten Schad- und Störstoffe entfernt werden und der Freigabezustand durch eine rückbaukundige Person festgestellt werden.

Stärkere Auflagen für Straßenbauer und Recycling-Betriebe

Für den Straßen-/Gleisbauer werde in Zukunft eine grundlegende Charakterisierung durch eine befugte Fachanstalt notwendig sein. Die damit eruierten identifizierten Schad- und Störstoffe (z.B. Teerasphalt, verunreinigte Böden) müssen im Zuge des maschinellen Rückbaus entsorgt werden. Gefährliche Abfälle und Baustellenabfälle sind vor Ort zu trennen.

Die meisten Änderungen ergeben sich für den Recycling-Betrieb: Bei der Eingangskontrolle müssen zusätzlich zur visuellen Prüfung die gesamte Dokumentation des Rückbaus und der allenfalls vorhandenen Gutachten geprüft werden. Kostensteigerungen werden durch den erhöhten Anspruch der werkseigenen Produktionskontrolle (nach 50 statt derzeit 90 Produktionsstunden) und durch den vermehrten Parameterumfang entstehen. Die stärksten Änderungen ergeben sich bei den Qualitätsanforderungen für Recycling-Baustoffe, da anstelle von 3 nunmehr 8 Qualitätsklassen definiert sein werden. Ein Abfallende werde nur für die beste Qualitätsklasse U-A gegeben werden, wobei dieses mit dem Verkauf der Materialien eintrete.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)