Ländervergleich: Abfallende-Regulierungen für Gesteinsmaterial uneinheitlich

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25 Jahre BRV (Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband)

Wien — Im Rahmen des Jubiläumskongresses des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbands (BRV) verglich Thomas Kasper, Porr Umwelttechnik GmbH, vier nationale Umsetzungen von Mitgliedsstaaten Europas zu Abfallenderegulierungen für körniges Gesteinsmaterial. Der Vergleich bezog sich dabei auf deutsche und französische sowie niederländische und die österreichische Regelung.

Basierend auf der Bauprodukteverordnung werden europaweit vereinheitlicht von CEN harmonisierte EN-Normen als technischer Standard erarbeitet und erlassen. Im Falle der Recycling-Baustoffe sind die Normen für Gesteinskörnungen und Zuschlagstoffe (EN 13242, 13043, 12620) einschlägig und bilden die bautechnischen Grundlagen für die aus Bauabfällen erzeugten Produkte.

Hinsichtlich der Umweltverträglichkeit ist jedoch der Schwerpunkt der unterschiedlichen Regelungen jeweils ein anderer.

  • Die Brandenburgische Richtlinie sieht eine Einschränkung der Anwendung im Straßenbau vor bei gleichzeitiger selektiver Gewinnung nach Abfallart und Belastung.
  • Die niederländische Verordnung zur Festlegung von Kriterien konzentriert sich auf eine Reglementierung der Eingangsstoffe und einer In-Augenscheinnahme des übernommenen Materials. Bei Einsatz von Recycling-Baustoffen im Boden werden Gesamtgehalte für organische Inhaltsstoffe und Eluate für Schwermetalle und Neutralsalze verlangt.
  • Der französische Erlass zur Festlegung der Kriterien des Abfallendes gilt für den Straßenbau. Hierbei wird ebenso ein Schwerpunkt auf die Beschränkung und die Kontrolle der Eingangsmaterialien gelegt. In der ungebundenen Anwendung kommt ein Eluat-Regime für Schwermetallgehalte und Neutralsalzfrachten in Kombination mit einer Beschränkung der Gesamtgehalte organischer Parameter zum Einsatz. Die Umweltkonformität wird dabei in der Regel je Produktionsmonat überprüft.
  • Die österreichische Regelung sieht sowohl eine Schadstofferkundung im Abbruchgebäude, eine Schadstoffentfernung vor dem Abbruch, einen verwertungsorientierten Rückbau und entsprechende Trennpflichten vor. Dieser dokumentierte Rückbau wird im Rahmen der Eingangskontrolle durch den Recycling-Betrieb formal überprüft, die Produktion der Recycling-Materialien erfolgt in Begleitung zweier Qualitätssicherungssysteme (Bautechnik, Umwelttechnik). 15 Eluatparameter und 8 Gesamtgehaltsparameter werden dabei abgefragt. In weiterer Folge werden in Österreich Einsatzbereiche und Verwendungsverbote definiert.

Wie Kasper abschließend feststellte, setzt sich damit Österreich durch die Verordnung sehr eindrucksvoll für den Umweltschutz ein. Gleichzeitig bleibe jedoch die Frage der Förderung des unionsrechtlichen Auftrages der Entwicklung einer europäischen Recycling-Gesellschaft offen. Die Förderung des Baustoff-Recyclings könnte zu kurz kommen.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband