Tunnelausbruch: Verwertungsquote wird durch aktuelle Rechtslage gebremst

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Preisverleihung an Daniel Resch (3.v.l.) (Foto: Montanuniversität Leoben)

Leoben, Österreich — Dipl.-Ing. Dr.mont. Daniel Resch erhielt für seine Dissertation „Verwendung von Tunnelausbruchmaterial – Entscheidungsgrundlagen“ im Rahmen des Jubiläumskongresses „25 Jahre BRV“ der Preis des Baustoffrecyclingverbandes. Die Doktorarbeit entstand am Lehrstuhl für Subsurface Engineering der Montanuniversität Leoben, der sich seit 2008 intensiv mit dem Thema der Verwendung von Tunnelausbruch befasst, der aufgrund der aktuellen Rechtslage als Abfall zu behandeln ist.

Zwischenzeitlich konnte zu dieser Thematik das europaweite Forschungsprojekt Dragon gestartet werden, das vom Lehrstuhl für Subsurface Engineering der Montanuniversität Leoben geleitet wird. Ziel ist eine möglichst umfassende und europaweite Betrachtung des Themas Verwertung von Tunnelausbruchmaterial. Dabei werden nicht nur Umweltbelange, technische und wirtschaftliche Aspekte betrachtet, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Mitgliedsstaaten der EU.

Mit all diesen Herausforderungen müssen sich sowohl der Auftraggeber als auch die Bauindustrie auseinandersetzen, um in Zukunft eine möglichst hohe Verwertungsquote zu erreichen, wie sie gesetzlich vorgeschrieben ist, in Österreich aber zum Teil im Widerspruch zur restriktiven Rohstoffpolitik des Bundes in Bezug auf Tunnelausbruchmaterial steht. Bereits heute könnte ein Teil des jährlichen Rohstoffbedarfs in Österreich durch die Verwendung von Tunnelausbruch gedeckt werden.

Das EU-Projekt Dragon zielt auf die Steigerung der Ressourceneffizienz im Tunnelbau und anderen untertägigen Bauprozessen wie dem Kraftwerksbau ab, indem das Ausbruchmaterial als Rohstoff für andere Industriesektoren der Mineralrohstoffindustrie zur Verfügung gestellt werden soll. Die komplette Prozesskette von der Charakterisierung des Ausbruchmaterials über die Klassifikation bis hin zur Aufbereitung soll zur Gänze unter Tage geschehen.

Baustoffrecycling ist in Österreich seit 25 Jahren etabliert. Mit über 120 Millionen Tonnen erzeugter Recyclingbaustoffe ist in diesem Zeitraum bereits eine bedeutende Rohstoff- und Deponieraumschonung gelungen.

Quelle: Montanuniversität Leoben