VÖEB fordert strengere Gesetze und mehr Kontrollen gegen illegale Altauto-Exporte

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Autoverwertung (Foto: Kürth/ Recyclingportal.eu)

Wien — Jedes Jahr werden in Österreich rund 250.000 Autos abgemeldet. Doch nur 60.000 bis 70.000 Altfahrzeuge werden ordnungsgemäß verschrottet; der Großteil verschwindet auf illegalen Wegen.

Wird ein schrottreifes Auto vom Verkehr abgemeldet, muss ein Export in ein anderes Land – auch innerhalb der EU – mittels Zertifikat vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich bewilligt werden. Der Sinn dahinter: Der Transfer von wertvollen Metallen und anderen recyclebaren Materialien ins Ausland soll reduziert werden.

Die gängige Praxis sieht aber anders aus. Von den rund 250.000 Autos, die jährlich aus dem Verkehr gezogen werden, verschwindet rund die Hälfte in dunklen Kanälen. Zuletzt landeten nur 67.000 Altfahrzeuge in der Verwertung, weitere 63.000 wurden zuhause abgestellt oder legal ins Ausland verkauft. Doch der Löwenanteil – jährlich zwischen 100.000 und 130.000 Altautos – verlässt Österreich ohne Bewilligung auf dubiosen Wegen.

Wo genau die Autowracks landen, weiß auch der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) nicht so genau. Allen Branchenkennern ist jedoch klar, dass es in Österreich nach wie vor eine Grauzone illegaler Auto-Exporte nach Osteuropa, Afrika und Asien gibt.

Der VÖEB fordert deshalb mehr Kontrollen. Mit dem Finanzministerium ist man wegen strengerer Gesetze und besserer Kontrollbefugnisse in Gesprächen. Gefordert werden eine Umkehr der Beweislast und das Recht der Behörden, verdächtige Güter zu beschlagnahmen. Bei der momentanen Rechtslage ist es nur schwer bis gar nicht möglich, illegale Kfz-Schrotttransporte rechtzeitig vor der Grenze zu stoppen.

Seitens der EU ist dafür kurzfristig auch wenig Rückendeckung zu erwarten. Der neue EU-Abfallrahmenrichtlinien-Änderungsentwurf, der ein „Zero Waste“-Programm zur schrittweisen Reduktion der Deponieabfälle bis 2030 vorsieht und auch für die Verwertung von Altautos innerhalb der EU relevant wäre, wird derzeit noch überarbeitet.

Quelle: UFH Holding