Mit Urban Mining auf Erfolgskurs: Zürcher Abfallwirtschaft legt Massnahmenplan vor

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Geordneter Rückbau (Foto: Kanton Zürich)

Zürich, Schweiz — „Wir leben in einem rohstoffreichen Land, und diese Erkenntnis gilt es konsequent zu nutzen“, erklärte der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi bei der Präsentation des Maßnahmenplans der Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2015 bis 2018.

Durch den Bau von Infrastrukturanlagen und die Nutzung von Konsumgütern wurde die Schweiz in den letzten 100 Jahren zu einem rohstoffreichen Land. Urban Mining ist das Zauberwort, mit dem diese Rohstoffe für die Wiederverwendung zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Wie Markus Kägi betonte, würden duurch Recycling erhebliche Sachwerte zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt, die sonst immer teurer beschafft werden müssten.

Neu: Schlackenaufbereitungsanlage

Zu den vorgestellten Maßnahmen zählt eine weltweit einzigartige Anlage,die im Sommer 2015 bei der ZAV Recycling AG in Betrieb gehen sollt. Sie ist darauf ausgelegt, künftig aus den Rückständen der Kehrichtverwertungsanlagen praktisch alle Metalle zu entziehen, auch kleinste Partikel. So kann sie Eisen, Aluminium, Stahl, Kupfer, Messing, Zink und sogar Edelmetalle wie Silber und Gold zurückzugewinnen. Metalle also, die heute vermehrt in elektronischen Geräten verbaut und in Zukunft in Anbetracht des weltweit steigenden Bedarfs an Wert gewinnen werden. Das Verfahren wurde in den letzten Jahren in einer Pilotanlage in Hinwil entwickelt und verfeinert und ist heute bereit für den täglichen Einsatz.

Neu: Klärschlamm-Verwertungsanlage

Zur zentralen Verwertung von Klärschlamm soll Mitte 2015 wird die Klärschlamm-Verwertungsanlage Werdhölzli in Zürich in Betrieb genommen. In dieser Anlage wird der gesamte im Kanton Zürich anfallende Klärschlamm zentral thermisch verwertet. Mit der Realisierung der Klärschlammverwertungsanlage können die Entsorgungskosten für den entwässerten Klärschlamm um mehr als die Hälfte reduziert und die anfallende Energie in einem Gesamtsystem mit der ARA Werdhölzli optimal genutzt werden. Zudem wird mit der Aufkonzentrierung des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors die Voraussetzung geschaffen, den Phosphor aus der Asche zurückzugewinnen, wenn dies in einigen Jahren im grosstechnischen Maßstab möglich wird.

Neu: Einbau von mineralischen Rückbaustoffen

Wie Markus Kägi erklärte, fallen durch die hohe Bautätigkeit im Kanton Zürich viele Reststoffe aus dem Abbruch von Gebäuden an. Mit dem von der Baudirektion initiierten Projekt „Kies für Generationen“ soll ein grosser Teil der mineralischen Rückbaustoffe wieder in die Bauwerke zurückgeführt werden. An eigenen Bauten beweist die Baudirektion, dass die neu gewonnen Baumaterialien den heutigen, hohen Ansprüchen genügen.

Der Massnahmenplan der Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2015 – 2018 des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) basiert auf einem detaillierten Bericht mit Zielen, Strategien, Indikatoren und Massnahmen für die einzelnen Planungsbereiche und ist eng mit weiteren Massnahmenplänen in den Bereichen Energie, Wasser und Lufthygiene abgestimmt. Dies gewährleistet eine hohe Wirksamkeit der umwelttechnischen Vorkehrungen im Kanton Zürich und trägt damit massgeblich zur hohen Qualität als Wohn- und Wirtschaftsstandort bei.

Der „Maßnahmenplan der Abfall- und Ressourcenwirtschaft 2015 – 2018“ kann unter zh.ch heruntergeladen werden.

Quelle: Kanton Zürich