WVM: Kohleausstieg kostet Metallerzeuger und -verarbeiter Millionen

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Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle e.V.

Berlin — Die Hauptgeschäftsführerin der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) erwartet durch den so genannten Klimabeitrag des Bundeswirtschaftsministeriums deutlich höhere Stromkosten für Unternehmen. Franziska Erdle wörtlich: „Der Einstieg in den Kohleausstieg wird teuer. Für Unternehmen in der Metallerzeugung und -verarbeitung gehen die Kosten in die Millionen.“

Das Ministerium erwarte dagegen keine massiv steigenden Strompreise, heißt es in einem Zeitungsbericht. Er beruft sich auf die Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Unions-Bundestagsfraktion.

Erdle befürchtet dagegen, mit den Plänen könnte weiter am Ast der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gesägt werden: „Unsere Berechnungen zeigen, dass eine sinkende EEG-Umlage die steigenden Preise auf dem Stromgroßhandelsmarkt bei weitem nicht ausgleichen kann. Denn die EEG-Umlage wirkt nur auf den Erneuerbaren-Anteil am Strommix. Insgesamt betrachtet bleibt es bei einer Strompreissteigerung.“

Zugleich würden die Fehlanreize der Vergangenheit weiter verstärkt, kritisiert die WVM-Hauptgeschäftsführerin: „Statt die Erneuerbaren an den Markt heranzuführen, wird die Kohle vom Markt weggeführt, weil man ihre Kosten künstlich erhöht. Damit kommt es zu indirekten Subventionen für die Erneuerbaren.“

Ein „Faktencheck: Strompreiseffekt“ der WVM liefert Argumente gegen die Annahmen, dass höhere Börsenstrompreise einen senkenden Effekt auf die EEG-Umlage haben und deshalb letztlich für die Verbraucher zu keiner zusätzlichen Belastung führen. Und dass die Einspeisung erneuerbarer Energien einen preissenkenden Effekt auf den Stromgroßhandelsmarkt, den so genannten Merit-Order-Effekt, hat.

Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM)