Schweizer Sortierzentrum trennt PET- und andere Kunststoff-Flaschen maschinell

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Kunststoffflaschen-Sammlung im Detailhandel (Quelle: PET Recyclingg Schweiz)

Zürich, Schweiz — Der erste Spatenstich erfolgte im September 2014, in wenigen Tagen steht die Eröffnung an: Dann wird das erweiterte Sortierzentrum für Kunststoffhohlkörper der Müller Recycling AG in Frauenfeld in Betrieb gehen. Dann können nicht nur PET-Getränkeflaschen, sondern neu auch Plastikflaschen – beispielsweise für Milchprodukte, Shampoos, Duschgels, Wasch- und Reinigungsmittel – verarbeitet werden. Mit 40.000 Tonnen PET-Getränkeflaschen resp. Plastikflaschen pro Jahr wird die Sortierkapazität doppelt so hoch sein wie heute.

„Das zukünftige Sortierwerk ist zukunftsweisend“, wie Michel Monteil, Abteilungsleiter des Bundesamts für Umwelt (BAFU) in seiner Stellungnahme schreibt. „Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Schliessung von Stoffkreisläufen und damit zur Reduktion des ökologischen Fussabdruckes unseres Landes. Durch die Sortierung in der Schweiz können Abfalltransporte ins Ausland vermieden und Arbeitsplätze im Inland geschaffen werden. Zudem erlaubt der Einsatz von modernen Technologien eine Steigerung der Qualität des Rezyklats und bewirkt somit eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Kunststoffrecyclings“, schreibt Monteil weiter.

Mehr Bottle-to-bottle-Recycling

Durch die bessere Sortiertechnologie können mehr hellblaue und klare PET-Getränkeflaschen gewonnen werden. Nur diese eignen sich für die Herstellung eines lebensmitteltauglichen Rezyklats, das für die Produktion von neuen Getränkeflaschen gebraucht wird. Die Schweiz hat dabei eine Pionierrolle eingenommen. Bereits seit dem Jahr 2000, viele Jahre vor anderen Ländern, ist in der Schweiz dieses besonders umweltschonende bottle-to-bottle-Recycling möglich.

Dafür muss der Reinheitsgrad nach der Sortierung mindestens 99.96 Prozent betragen und die Lebensmitteltauglichkeit eingehalten werden. Das ist trotz neuster Technologie nur mit einer vorgängigen Separatsammlung möglich: Eine gemeinsame Sammlung von PET-Getränkeflaschen und Plastikflaschen ist daher ausgeschlossen.

Höhere PET-Verwertungsquote

Messungen haben gezeigt, dass in der Plastikflaschensammlung oft PET-Getränkeflaschen enthalten sind, die für die Quotenberechnung relevant wären. Werden dank der neuen Sortieranlage alle Plastikflaschen in der Schweiz sortiert und rezykliert, gehen praktisch keine PET-Getränkeflaschen für die Verwertungsquote verloren. Hinzu kommt die verbesserte elektronische Sortierung, die eine höhere Ausbeute aus dem Materialstrom ermöglicht, was sich ebenfalls positiv auf die Verwertungsquote auswirkt.

Bessere Ökobilanz

Der geringere Transportaufwand durch die Verwertung in der Schweiz verbessert die Ökobilanz der Plastikflaschen. Bei Müller Recycling werden in Zukunft bis zu 90 Prozent der Wertstoffe per Bahn angeliefert.

Quelle: Verein PRS PET-Recycling Schweiz