NIHK: In Niedersachsen gehen die Deponieklasse I-Kapazitäten zur Neige

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Hausmülldeponie (Foto: © Fay, Burkardroth (Kommunalunternehmen Lk Bad Kissingen) / abfallbild.de)

Hannover — Fehlende Deponiekapazitäten verteuern die Bautätigkeit in Niedersachsen. Darauf weist der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) in seinem aktuellen Fokus Niedersachsen hin und fordert, über das Landesraumordnungsprogramm ausreichend Deponieflächen sicherzustellen und Planungsverfahren zu beschleunigen. „Schon in weniger als fünf Jahren gehen die Kapazitäten für Abfall der Deponieklasse I zu Neige“, mahnt NIHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Schmitt.

In Lagerstätten der Deponiekasse I werden dort mäßig belastete mineralische Massenabfälle (z. B. Bauschutt) entsorgt, die nicht verwertet werden können. Und das – so Susanne Schmitt – seien immerhin rund eine Million Tonnen pro Jahr. Die Restkapazität der Deponien habe laut einer Erhebung des Umweltministeriums aber schon Ende des Jahres 2012 nur noch 3,6 Millionen Tonnen betragen.

„Der Handlungsbedarf ist also groß“, betont Schmitt. „Gibt es nicht zeitnah neue Deponien, müssen diese Abfälle über weite Strecken transportiert oder alternativ in Deponien der Klasse II für höher belastete Abfälle (z. B. Bauschutt mit Kunststoffresten) entsorgt werden.“ Kapazitäten gebe es dort, aber die Entsorgung werde deutlich teurer, was sich zwangsläufig auch auf die Bautätigkeit in Niedersachsen auswirken werde. Denn vor einem Neubau – egal, ob Gebäude, Straßen-, Brücken- oder Gleisbau – müssten häufig zurückgebaute und abgerissene Teile entsorgt oder recycelt werden. „Ein fatales Signal, denn die ohnehin knappen Mittel für Erhalt und Ausbau der Infrastruktur würden weiter beschnitten“, warnt Schmitt.

„Umso wichtiger ist es, Verfahren für die Einrichtung von Deponien künftig zu beschleunigen“, unterstreicht Markus Mews, NIHK-Sprecher Umwelt. Dabei sei es unerlässlich, auch privaten Unternehmern einen fairen Marktzugang und damit den Wettbewerb mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern zu ermöglichen. Wer die Einrichtung neuer Deponien plane, sollte die Gründe für eine Standortwahl transparent und nachvollziehbar darstellen, um die öffentliche Diskussion zu versachlichen.

Eine aktuelle Dokumentation über „Deponiekapazitäten in Niedersachsen“ kann unter n-ihk.de heruntergeladen werden.

Quelle: Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag (NIHK)