16.000 Pflichten: Compliance Preis 2015 geht an die Entsorgungsbetriebe Lübeck

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Das Compliance-Kern-Team der Entsorgungsbetriebe Lübeck (Foto: EBL)

Lübeck — Vor wenigen Tagen wurden die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) mit dem Deutschen Compliance Preis 2015 ausgezeichnet. Die festliche Ehrung der Preisträger fand in Anwesenheit von Senator Bernd Möller im Rahmen einer Abendveranstaltung der Deutschen Compliance Konferenz in Berlin statt. Der Preis wurde von Herrn Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats, überreicht.

Der Preis stellt eine Würdigung besonderer Anstrengungen von Unternehmen im Compliance- und Risikomanagement dar. Die Aufgabe der Rechts- und Regeleinhaltung eines Unternehmens ist schwierig und erfordert beachtliches Engagement aller Mitarbeiter. Insbesondere von öffentlich-rechtlich organisierten Unternehmen wird ein gesetzes- und regelkonformes Verhalten erwartet. Compliance- und Risikomanagement bleibt in der Regel unsichtbar und in der Öffentlichkeit unerwähnt. Die Bedeutung der Aufgabe ergibt sich jedoch aus der Höhe möglicher Schäden und den zum Teil dramatischen Folgen für Mensch und Natur, wenn doch einmal etwas passiert.

900 Gesetze und Verordnungen

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck sind mit ihren breit angelegten Geschäftsfeldern von verschiedenen Rechtsgebieten betroffen. Das Spektrum reicht von Umweltrecht, über Bau- und Planungsrecht, Arbeitsschutzrecht bis hin zu Verwaltungs- und Abgabenrecht. Insgesamt sind es 900 Gesetze, Verordnungen oder rechtliche Einzelnormen. Aus jeder dieser Einzelnormen ergeben sich konkrete Pflichten, die einzuhalten sind. Vor etwa drei Jahren haben sich die Entsorgungsbetriebe Lübeck auf den Weg begeben, um diese Pflichten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparent zu machen und dort anzuordnen, wo die Beachtung von großer Wichtigkeit ist. Heute sind in 43 Betriebsteilen rund 16.000 Pflichten registriert, die in einem dynamischen Rechtsrahmen stets aktuell gehalten werden. Dazu wurde ein entsprechendes Managementsystem aufgebaut.

Herr Senator Möller stellte lobend fest, dass den Entsorgungsbetrieben Lübeck durch die Auszeichnung von fachlich sehr versierter Seite eine Anerkennung für gute Unternehmensführung ausgesprochen wurde. „Ein Compliance-System ist eine Art vorbildlicher vorbeugender Brandschutz. Das System diene dem Fernhalten von Schäden.“, so Herr Umweltsenator Möller.

Mühsamer Weg durch „trockene Materie“

Der geschäftsführende Direktor Herr Dr. Jan-Dirk Verwey freut sich für sich und seine Mitarbeiter sehr über diese Anerkennung auf Bundesebene. „Als von der Größe her eher mittelständisches und kommunales Unternehmen ist dies eine besondere Ehre und zugleich Ansporn, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen“, so Verwey. Er setzt auch zukünftig auf das über mehrere Jahre aufgebaute Compliance- und Risikomanagement und dankt in diesem Zusammenhang allen Mitarbeitern, die den manchmal mühsamen Weg durch die „trockene Materie“ mitgegangen sind und zum Erfolg beigetragen haben.

Die EBL gelten nun offiziell als Vorreiter unter den Entsorgungsbetrieben. Das Juryurteil lautet: „Das Beispiel der Entsorgungsbetriebe Lübeck zeigt, dass auch in mittelständischen Strukturen pragmatische und zugleich zielführende Compliance-Ansätze möglich und mit überschaubaren Ressourcen umsetzbar sind. Damit leistet das Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Compliance-Diskussion im Mittelstand“, betonte Martin Stadelmaier, Jurymitglied und Leiter der Rechtsabteilung, Stuttgart Airport.

Der Deutsche Compliance Preis wurde zum 2. Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden vier Unternehmen. Initiatoren des Preises sind die dfv Mediengruppe, die DQS GmbH Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen und ein auf Compliance-Themen spezialisiertes Anwaltsbüro.

Quelle: Entsorgungsbetriebe Lübeck