Ungenaue Mülltrennung durch Verbraucher: vzbv fordert Wertstoffgesetz

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Landrat Dr. Michael Lübbersmann (links) und AWIGO-Geschäftsführer Christian Niehaves präsentieren ein aktuelles Motiv der neuen Wertstoffkampagne
Motiv-Präsentation (Foto: AWIGO)

Berlin — Fast alle Verbraucherinnen und Verbraucher (97 Prozent) trennen ihre Abfälle, doch nur 37 Prozent sind dabei nach eigener Auskunft auch sorgfältig. Das zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Zweifel, dass der getrennte Abfall tatsächlich recycelt wird, sind für die Befragten das größte Recycling-Hindernis (39 Prozent). Der vzbv fordert ein bundesweites Wertstoffgesetz, das Verbrauchern das Mülltrennen einfacher macht und Unsicherheiten beseitigt.

Viele Verbraucher verstoßen bei der Mülltrennung im Grunde gegen das Gesetz: Im Gelben Sack oder der Gelben Tonne landen nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Verpackungen, sondern auch anderer Müll aus Kunststoff oder Metall wie Einwegbesteck oder Spielzeug. Diese Art der Mülltrennung ist inzwischen auch politisch gewollt und sollte deshalb in einem bundesweit einheitlich geltenden Wertstoffgesetz legitimiert werden: „Das Wertstoffgesetz muss endlich das festschreiben, was viele Verbraucher heute schon tun: Verpackungen und andere Produkte aus dem gleichen Material zu sammeln und wiederzuverwerten“, sagt Ingmar Streese, Geschäftsbereichsleiter Verbraucherpolitik des vzbv.

Verpackungen recyclinggerechter gestalten

Der vzbv fordert zudem mehr Transparenz und eine bessere Verbraucherinformation. Nur wenn klar sei, was mit den Abfällen passiere und was das Recycling bringe, ließen sich Verbraucher motivieren. Doch auch die Hersteller müssten stärker in die Verantwortung genommen werden. Sie hätten die Möglichkeiten, Produkte und Verpackungen umweltfreundlicher und recyclinggerechter zu gestalten. Entsprechend müsse der Entsorgungskostenbeitrag nach den Umwelteigenschaften des Produkts erhoben werden.

Bisher werden etwa 14 Prozent des Rohstoffbedarfs der deutschen Industrie durch recycelte Wertstoffe gedeckt. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland darauf angewiesen, den Anteil weiter zu steigern. Durch die Einführung der Wertstofftonne könnten etwa sieben Kilo Wertstoffe pro Kopf und Jahr zusätzlich für Recycling gesammelt werden. Ingmar Streese: „Die Wertstofftonne muss kommen, um Rohstoffe effizienter zu nutzen und die Kosten für Umwelt, Verbraucher und Wirtschaft zu senken.“

Die Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage zum Thema „Wertstofftonne“ des forsa-Instituts im Auftrag des vzbv können unter vzbv.de heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände – Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)