Wetterau erfasst Plastikabfälle getrennt: „Wir brauchen keine weitere Abfalltonne“

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Quelle: Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises

Friedberg — Eine verformte Plastikschüssel, ein defekter Wäschekorb,ein Eimer mit Riss, eine Gießkanne mit Loch oder ein Bobby-Car ohne Räder: Sie sind Plastik-Schrott, und Kunststoff-Schrott ist wertvoller Rohstoff. Sagt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises und hat bei seinen Recyclinghöfen ein Sammelsystem für die verwertbaren Hartkunststoffe aufgebaut. Es geht neben ausrangierten Haushaltswaren um Gartenmöbel wie Stühle, Tische und Wassertonnen und Spielzeug wie Bobby-Cars, Schaufeln und Schaukeln. Die Kunststoffe tragen in der Regel die Recyclingsymbole PE oder PP.

Diese Gegenstände gehören nach Ansicht des Abfallwirtschaftsbetriebs nicht in den Gelben Sack, der Verpackungen vorbehalten ist. Die PE- und PP-Kunststoffe werden an der Eingangswaage der Recyclinghöfe in Containern gesammelt. Die verwertbaren Kunststoffe mit der PE- oder PP-Kennzeichnung können bei den Recyclinghöfen kostenlos abgegeben werden. Für andere Kunststoffe muss die Sperrmüllgebühr von 12 Cent pro Kilogramm entrichtet werden. Zu den kostenpflichtigen Stoffen gehören Folien, Styropor, aufblasbares Spielzeug oder Öl- und Benzinkanister. Das Fachpersonal der Recyclinghöfe erläutert gerne, welche Kunststoffe kostenlos abgegeben werden können und welche kostenpflichtig sind.

Mit ihren Recyclinghöfen erfüllt die Wetterauer Abfallwirtschaft die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Das schreibt vor, dass Papier, Bioabfall, Metall, Glas und eben auch Kunststoffe getrennt gesammelt werden sollen, soweit das technisch möglich und wirtschaftlich machbar ist.

Ein Jahr lang erfolgreich getestet

Im Recyclinghof in Butzbach hat die Wetterauer Abfallwirtschaft die getrennte Sammlung von Gegenständen aus Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) über ein Jahr lang erfolgreich getestet. Diese Kunststoffe können gut in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Sie werden aufbereitet und sind Rohstoff für neue Produkte. Voraussetzung ist, dass sie sortenrein gesammelt werden. Dafür sorgen die Recyclinghöfe. Durch die Wertstoffsammlung auf den Recyclinghöfen können die Gebühren der Abfallwirtschaft Wetterau gering gehalten werden.

Die Wetterauer Abfallwirtschaft setzt bei der Kunststoffsammlung auf ihr bewährtes System der Recyclinghöfe und auf keine weitere Abfalltonne.

Mit Wertstofftonnen experimentiert

Die Abfallwirtschaft Wetterau setzt bei der Erfassung wiederverwertbarer Kunststoffe auf ihre Recyclinghöfe. „Das System hat sich seit zehn Jahren bewährt und den Wetterauern stabile Abfallgebühren garantiert“, sagt Jürgen Roth, Leiter der Abfallwirtschaft Wetterau. Nur die sortenreine Erfassung durch die Recyclinghöfe garantiert eine wirtschaftliche Vermarktung dieser Wertstoffe.

Einige Städte und Landkreise im Rhein-Main-Gebiet experimentieren mit Wertstofftonnen, um die verwertbaren Kunststoffe zu erfassen. „Die Körbe, Kisten und Gartenmöbel, um die es uns geht, passen in keine Tonne“, begründet Jürgen Roth den Verzicht auf dieses Sammelsystem. Eine weitere Tonne brauche zusätzlichen Platz, sei von den Bürgern also nicht so leicht unterzubringen. Ihre Einführung verursache zudem hohe Kosten. Außerdem bestehe die Gefahr, dass verschmutzte oder nicht verwertbare Kunststoffe in die Tonne geworfen werden.

„Wir müssen auch abwarten, welche Vorgaben der Gesetzgeber macht. Die Bundesregierung plant ein Wertstoffgesetz“, sagt Roth.

Quelle: Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises