H&M, Kering und Worn Again bündeln Kräfte für nachhaltiges Textil-Recycling

1548
Quelle: H&M, Kering, Worn Again

London, Paris, Stockholm — Auf der Suche nach einer Lösung für das Problem ständig steigender Textilabfälle hat das innovative Startup Worn Again eine Partnerschaft mit dem Modehaus H&M und dem Luxus- und Sportlifestyle-Anbieter Kering geschlossen. Ziel: die innovative Produktion und Wiederaufbereitung von Textilien.

Im Jahr 2014 betrug die globale Produktion von Polyesterfilamenten und Baumwollfasern rund 65 Millionen Tonnen; für 2020 wird bereits eine weltweite Nachfrage nach diesen Rohstoffen von rund 90 Millionen Tonnen erwartet. Als Antwort auf diese Entwicklung und auf das zunehmende Problem der Entsorgung von Textilien auf Abfalldeponien hat Worn Again mit einer chemischen Textil-zu-Textil Recycling-Methode das erste Verfahren entwickelt, bei dem Polyester- und Baumwollfasern aus alten Textilien extrahiert werden können. Diese einzigartige Methode der Fasertrennung ermöglicht es, Polyester und die Baumwoll-Zellulose zu gewinnen und wieder zu neuen Textilien zu verarbeiten.

Ein „geschlossenes Recycling“ von Textilien

Die neue Technik ist nach Ansicht von Worn Again eine „wegweisende Antwort“ auf große technologische Hindernisse, die bei der Wiederaufbereitung von Textilien zu überwinden sind, zum Beispiel bei der Trennung von Mischfasertextilien oder der Isolierung von Farbstoffen und anderen Verunreinigungen von Polyester und Zellulose.

Worn Again hat nun die nächste Testphase bei der Entwicklung seines Verfahrens angekündigt. H&M und Kering mit der Marke PUMA, beide Partner weltweit aktive Innovationsführer in ihren Bereichen, werden die Tests dieser neuen Technologie genau verfolgen. Indem das wiedergewonnene Rohmaterial in neue Garne, Stoffe und Textilien umgewandelt wird, soll nachgewiesen werden, dass die Technik wirtschaftlich rentabel sein und eine wirksame Lösung für geschlossenes Recycling von Textilien bieten kann.

Die Partnerschaft der drei Unternehmen bietet eine Alternative zur Verwendung von Polyester aus der nicht erneuerbaren Ressource Erdöl und ebnet den Weg zu einer neuen Quelle für Rohmaterialien aus Zellulosefasern und -stoffen.

Die Kleidungsherstellung „langfristig revolutionieren“

„Wir freuen uns sehr, zusammen mit Kering und Worn Again an diesem Projekt beteiligt zu sein. Dieses Produktionsverfahren wird die Kleidungsherstellung langfristig revolutionieren und den Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren. Außerdem bringt es uns unserem Ziel näher, Mode und Bekleidung in einem geschlossenen Kreislauf zu produzieren“, betont Anna Gedda, Leiterin für Nachhaltigkeit bei H&M.

„Die globalen ökologischen Herausforderungen können einzig über den Weg der Innovation gemeistert werden. Dafür ist unsere Partnerschaft mit H&M und Worn Again ein herausragendes Beispiel, denn sie zeigt, dass es möglich ist, Textilabfälle drastisch zu reduzieren und gleichzeitig neue, nachhaltige Rohstoffe für unsere Sport- & Lifestyle-Marken zur Verfügung zu stellen“, erklärt Marie-Claire Daveu, Vorstandsmitglied für Nachhaltigkeit und Internationale Institutionelle Angelegenheiten bei Kering.

Cyndi Rhoades, CEO von Worn Again, fügt hinzu: „Unsere Technik steht im Zentrum einer globalen Vision, die alle Marken, Textil-Wiederaufbereiter Produzenten und Verbraucher mit einem gemeinsamen Ziel vereint: nämlich gebrauchte Kleidungsstücke von den Mülldeponien fernzuhalten und als Teil eines globalen Ressourcen-Pools immer wieder zu verwenden.“

Quelle: Kering