DERA-Rohstoffliste 2014: Recycling liefert Beitrag zur Rohstoffversorgung

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Kupfermine (Foto: © Rainer Gräser / http://www.pixelio.de)

Berlin — Die Neuauflage der DERA-Rohstoffliste 2014 stellt für insgesamt 34 Metalle und 27 Industrieminerale sowie Kokskohle die Länderkonzentration, das gewichtete Länderrisiko der Bergwerksförderung und die Raffinadeproduktion für das Jahr 2012 dar. Für 29 Rohstoffe liegt zusätzlich die Firmenkonzentration vor. Für 216 Handelsprodukte verschiedener Wertschöpfungsstufen bestimmt das Papier anhand der weltweiten Nettoexporte die Länderkonzentration und das gewichtete Länderrisiko.

Es wurden drei Gruppen mit geringem, mittlerem und hohem Risiko identifiziert, in die die untersuchten Rohstoffe eingeordnet werden können. Zu den Rohstoffen der Risikogruppe 3, die besonders sensibel auf Marktveränderungen reagieren kann, gehören die bergwerksgeförderten Antimon, Blei, Bormineralen, Ferroniob, Fluorit, Glimmer, Granat, Graphit, Kobalt, Koks- kohle, Magnesit, Niob, Palladium, Platin, Pyrophyllit, Quecksilber, Rhodium, Seltenen Erden, Strontiummineralen, Tantal, Vanadium, Wolfram, Wollastonit, Zeolith und Zinn. Ebenso fallen die Raffinadeproduktion von Blei, Gallium, Germanium, Indium, Magnesium, Roheisen, Seltenen Erden, Silizium, Wismut und Zinn in diese Gruppe. Von den 216 untersuchten Handelsprodukten gehören 79 zu der Gruppe mit hohem Risiko, bei 21 Warengruppen handelt es sich um Erze und Konzentrate, 58 sind Zwischenprodukte bzw. Waren höherer Wertschöpfung.

Die Ergebnisse zeigen die Dominanz Chinas sowohl als Bergbauland und Raffinadeproduzent als auch als Nettoexporteur und Produzent von Zwischenprodukten. Darüber hinaus wird jedoch auch die marktbeherrschende Stellung anderer Länder für zahlreiche Rohstoffe deutlich.

Die Autoren der Studie empfehlen deutschen Unternehmen, bei potenziell kritischen Rohstoffen ihre Beschaffungsstrategien entlang der Lieferkette zu überprüfen und gegebenenfalls Ausweichstrategien zu entwickeln. Und sie verweisen hinsichtlich als einem wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung. Allerdings könne aufgrund der langen Verweilzeit der Rohstoffe im Kreislauf, die zum Beispiel bei Eisen, Kupfer, Aluminium oder Zink mehrere Jahrzehnte misst, nur ein geringer Anteil des heute benötigten Bedarfs durch Recyclingmaterial gedeckt werden. Wurden vor 40 Jahren rund 6 Mio. t Kupfer weltweit verwendet, so sind dies heute rund 20 Mio. t. Demnach kann maximal nur rund ein Drittel des heute benötigten Kupfers durch Recyclingmaterial abgedeckt werden. Solange die Weltwirtschaft wächst und der Großteil des neuen Rohstoffbedarfs für den Infrastrukturaufbau in aufstrebenden Industrienationen wie China oder Indien eingesetzt wird, werde sich der mögliche Recyclinganteil am Gesamtbedarf weiterhin in Grenzen halten.

Die vollständige DERA-Studie unter dem Titel „DERA-Rohstoffliste 2014. Angebotskonzentration bei mineralischen Rohstoffen und Zwischenprodukten ‒ potenzielle Preis- und Lieferrisiken“ ist unter deutsche-rohstoffagentur.de erhältlich.

Quelle: Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)