Grünschnitt zu Wood-Plastic-Composites: W-BAST präsentiert Ergebnisse

1328
Quelle: Innovationsnetzwerk W-BAST

Darmstadt — An Garten- und Parkabfällen sowie Landschaftspflegematerial fallen in Deutschland jedes Jahr über zwei Millionen Tonnen an. Der Grünschnitt wird üblicherweise gesammelt, sortiert und klassisch durch Kompostierung und Verfeuerung verwertet. Das Innovationsnetzwerk W-BAST hingegen entwickelt unter anderem stoffliche Verwertungsmöglichkeiten für die Grünabfälle. „Eines der Netzwerkziele ist dabei, die positiven Eigenschaften von holzigem Grünschnitt und Kunststoff zu vereinen“, erläutert Netzwerkmanager und W-BAST Koordinator Dr. Christian Struve von der Innovationsberatung Bernhard Jöckel.

Seit zwei Jahren arbeitet das Innovationsnetzwerk W-BAST (Wertschöpfung – BiomasseAufbereitung Stofflich/ Thermisch) technische Lösungen, um aus dem „Reststoff Grünschnitt“ einen „Wertstoff“ zu machen, der in unterschiedlichen stofflichen und energetischen Bereichen eingesetzt werden kann. In einem durch das BMWi geförderten Projekt wird derzeit eine Verfahrenstechnik entwickelt, mit der unerwünschte Begleitstoffe im holzige Grünschnitt reduziert werden sollen und anschließend in einem sogenannten Planetwalzenextruder mit dem Kunststoff zu einem Compound verbunden werden kann.

Terrassendielen aus Grünschnitt

Aus den Wood-Plastic-Composites (WPC-Compound) können dann beispielsweise Terrassendielen, Geländer oder Zaunpfähle und sogar Swimming-Pool Verkleidungen hergestellt werden, die eine Holzoptik aufweisen. Durch die Zugabe des Kunststoffanteils kann den für Holz üblichen Alterungserscheinungen entgegen gewirkt werden. So entfällt zum Beispiel das ansonsten übliche Abschleifen und Lackieren von Holzdielen.

Bislang wird primär hochwertiges Stammholz für WPC-Anwendungen verwendet. „Unser Entwicklungsziel ist es, das teure Stammholz durch unser Grünschnittholz zu ersetzen“, sagt Georg Dohmen, Geschäftsführer der Biomasseaufbereitung regional GmbH, die Initiatorin des Netzwerkes ist. „Der WPC-Markt wächst weltweit und wir haben hier die Chance aus dem derzeitigen Reststoff einen nachgefragten Wertstoff Grünschnitt zu machen.“

Durch BMWi gefördert

Insgesamt vier unterschiedliche Entwicklungsvorhaben laufen bereits im Netzwerk und weitere werden noch folgen. Zu den laufenden Vorhaben zählen auch Produkte für den energetischen Einsatz: Briketts aus Grünschnittholz und Grünschnittstaub für Feuerungsanlagen. Dr. Christian Struve: „In dem Netzwerk W-BAST werden die Potentiale des Grünschnitts systematisch erschlossen, technische Lösungen entwickelt und anschließend die Ergebnisse durch die Netzwerkpartner wirtschaftlich verwertet.“

Das W-BAST Netzwerk vereint die Kompetenzen von mittelständischen Unternehmen der Grünschnittaufbereitung und -verwertung, Neueinsteigern aus anderen (High-Tech-) Branchen sowie Forschungseinrichtungen. Gefördert werden die Entwicklungsvorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Im Grünschnitt-WPC-Projekt beschäftigen sich nebender Biomasseaufbereitung regional GmbH (BAR) die weiteren Netzwerkpartner Böllhoff GmbH & Co. KG (Sammelplatzbetreiber), der Maschinenentwickler ENTEX GmbH sowie die Hochschule Darmstadt erstmals mit der Entwicklung einer speziellen Grünschnittaufbereitung und der Verfahrens-/ Rezepturentwicklung zur Herstellung von WPC-Compounds aus holzigem Grünschnitt.

Auf der Demonstrationsmesse für Recycling-Maschinen und Anlagen „recycling aktiv“ in Karlsruhe, Baden-Baden vom 11. bis zum 13. Juni 2015 präsentiert W-BAST den aktuellen Entwicklungsstand und stellt erste Lösungen auf dem Stand A707 vor.

Quelle: Innovationsnetzwerk W-BAST