Wertstoffgesetz für mehr Recycling: bvse setzt sich für höhere Quoten ein

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Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

Bonn — Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. spricht sich deutlich für ein Wertstoffgesetz aus. Das unterstrich bvse-Präsident Bernhard Reiling heute vor der Presse in Bonn: „Wir sind der Meinung, dass nur durch ein neues Wertstoffgesetz die dringend notwendigen Reformen angegangen werden können. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass ein Großteil der gesammelten Wertstoffe nach wie vor in Müllverbrennungsanlagen landet und nicht recycelt wird. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Zukünftig muss deutlich mehr recycelt als verbrannt werden. Und wenn verbrannt wird, dann in Ersatzbrennstoffkraftwerken, damit die bestmögliche Energieausbeute realisiert werden kann.“

Der bvse-Präsident bezeichnete die im letzten Jahr verabschiedete 7. Novelle der Verpackungsverordnung als wichtigen Zwischenschritt zur Stabilisierung des Systems der Verpackungsentsorgungen. „Nach den Zahlen, die uns zur Verfügung stehen, sieht es tatsächlich danach aus, dass der rückläufige Trend der Lizenzierungen nicht nur gestoppt, sondern umgekehrt worden ist. Wenn die Entwicklung der beiden ersten Quartale so bleibt, wird die lizenzierte LVP-Menge 2015 bei ca. 1,4 Millionen Tonnen liegen.“

Nach Ansicht des bvse müsse nun der nächste Schritt erfolgen: Das Wertstoffgesetz könne dafür sorgen, dass nicht nur Verpackungen, sondern auch gebrauchte Produkte recycelt werden. Deshalb müssen die Recyclingquoten deutlich nach oben gesetzt werden.

Darüber hinaus ist die Qualitätsfrage für den bvse wesentlich. Bisher würdendie dualen Systeme so agieren, als ob sie Eigentümer der gesammelten Wertstoffe wären. Das habe dazu geführt, dass immer schlechter werdende Sekundärrohstoff-Qualitäten in den Verwertermarkt eingebracht würden, kritisierte Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverband Kunststoffrecycling.

Der bvse setzt sich deshalb dafür ein, dass die Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft das Eigentum an den Wertstoffen erlangen. Nur Entsorger, Sortierer und Verwerter gemeinsam könnten dafür Sorge tragen, dass ein qualitativ hochwertiges und wirtschaftlich sinnvolles Recycling durchgeführt werde. Dirk Textor: „Nur eine freie Stoffstromvermarktung nach der Sortierung kann hier einen nachhaltigen und fairen Markt gewährleisten.“

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.