DUH: Wertstofferfassung der Gemeinde Mettlach setzt bundesweite Standards

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Sozialkaufhaus (Foto: ©Karl-Heinz Laube /http://www.pixelio.de)

Berlin — Das Wertstoffkonzept der Gemeinde Mettlach nach dem Model „SuperDrecksKescht“ setzt auch im zweiten Jahr nach dessen Einführung bundesweite Standards bei der Abfallvermeidung und Wertstofferfassung. Das belegen aktuell veröffentlichte Zahlen der in Mettlach gesammelten Wertstoffe und des angefallenen Restabfalls. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte 2013 die Einrichtung und Umsetzung des einzigartigen Wertstoffkonzepts aktiv unterstützt und fordert die deutschen Kommunen zur Nachahmung auf.

Abfallaufkommen in 2 Jahren halbiert

In Mettlach konnte das jährliche Restabfall- und Sperrmüllaufkommen pro Kopf von 126 kg in 2013 auf 116 kg in 2014 gesenkt werden. Zwischen 2014 und 2012 hat es sich mehr als halbiert. Vor der Einführung des dortigen Rückkonsumzentrums fielen pro Jahr und Einwohner noch 245 kg Restabfall und Sperrmüll an. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt lag 2013 bei 191 kg. Gleichzeitig konnten in Mettlach im vergangenen Jahr 107 kg Wertprodukte pro Kopf separat erfasst werden – 26 kg mehr als in 2013, was einer Zunahme um mehr als 30 Prozent entspricht.

Rücknahmemengen deutlich höher

Die Rücknahmemengen von Problemstoffen und Elektroaltgeräten sind in Mettlach deutlich höher als der bundesdeutsche Durchschnitt. So konnten 2014 in Mettlach pro Einwohner 3,8 kg Problemstoffe und mehr als 11 kg Elektroaltgeräte gesammelt werden. Im Vergleich dazu liegen die bundesweiten Sammelmengen pro Kopf und Jahr für Problemstoffe lediglich bei 1 kg und für Elektroaltgeräte bei 7 kg.

Sortenrein in über 40 Fraktionen

Das neue Konzept revolutioniert nach Ansicht der DUH die Wertstofferfassung und überzeugt bei der Rückgabe von Abfällen in einem „Rückkonsumzentrum“ durch den besonderen Servicegedanken. Unterstützt von geschultem Personal, können die Bürger der 13.000-Einwohner-Gemeinde in einer Art „Drive-In-Lösung“ ihre Wertstoffe zurückgeben, damit sie korrekt entsorgt oder recycelt werden. Im Gegensatz zu anderen kommunalen Sammelstellen erfasst das neue Modell Wertprodukte sortenrein in über 40 Fraktionen und trennt sie nach Material und Inhaltsstoffen. Außerdem ermöglicht eine Tauschbörse vor Ort die Weiternutzung gebrauchter Gegenstände wie z.B. Spielzeug, Bücher oder Möbel.

Einmalige Wertstoffsammelmengen

„So wie wir im Supermarkt Waren kaufen, ist es auch sinnvoll, diese Waren, wenn wir sie nicht mehr brauchen, zurückzugeben – serviceorientiert, sauber und akkurat. So passiert es in Mettlach, wo die Wertstoffsammelquoten des Rückkonsumzentrums im zweiten Betriebsjahr den Erfolg des ersten sogar noch übertreffen. Die Mengen gesammelter Wertprodukte, Elektroaltgeräte und Schadstoffe sind einmalig in Deutschland und heben die Kreislaufwirtschaft auf ein neues Niveau“, unterstreicht der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Individuelle Abfallgebühren

Bürger, die ihre Wertstoffe im Rückkonsumzentrum abgeben, sparen darüber hinaus Abfallgebühren für den eigenen Haushalt. Ein in Mettlach eingeführtes Abfall-Ident- und Verwiegesystem erfasst das Gewicht jeder einzelnen Restabfalltonne bei der Entleerung und berechnet individuelle Abfallgebühren anhand der tatsächlichen Restmüllmenge. Das schafft einen ökonomischen Anreiz für die Bürger, Abfälle getrennt zu sammeln und abzugeben. Denn: Je leichter die Restabfalltonne, desto geringer die Abfallgebühren.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)