ElektroG – „ein enormer Aufwand“: DIHK erwartet Abgrenzungsprobleme und mehr

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Elektrogeräte-Sammelbox (Foto: O. Kürth)

Berlin — Auf die erheblichen Belastungen, die die Reform des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes Herstellern und Händlern beschert, hat jetzt Armin Rockholz hingewiesen, Referatsleiter Kreislaufwirtschaft beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die zusätzlichen Meldepflichten, die Ende 2015 eingeführt werden, werden die Wirtschaft voraussichtlich knapp 100 Millionen Euro pro Jahr kosten. Richtig problematisch werde jedoch die Umstellung des Meldesystems im August 2018: Die bislang zehn Kategorien, in die die rund 13.000 betroffenen Hersteller und Händler ihre Waren einordnen müssen, werden in künftig nur noch sechs umdefiniert.

Die EDV-Umstellung sei ein „enormer Aufwand“, betonte DIHK-Experte Rockholz gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er rechne mit Abgrenzungsproblemen und Irritationen. Zumal es nicht genüge, der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) einfach nur jedes neue Produkt zu melden: Die gesamten Vertriebsströme müssten aufgeschlüsselt werden, und auch das laufende Geschäft sei betroffen.

25 Informationspflichten werden laut Rockholz mit der Gesetzesänderung eingeführt oder erweitert. So müsse beispielsweise jedes Industrie- und Handelsunternehmen beim EAR vorrechnen, wie viele Altgeräte die Verbraucher im Laden oder bei kommunalen Entsorgungsstellen abgegeben haben.

Für gebrauchte Geräte, die nicht in der Recyclinganlage oder auf der Müllkippe landen, sondern ins Ausland geschafft werden, werde eine „Funktionsfähigkeitsprüfung“ vorgeschrieben, damit Elektroschrott nicht illegal und billig auf Deponien jenseits der Grenze lande.

Und: Auf die Internethändler kämen dieselben Rücknahme- und Entsorgungspflichten zu wie auf den stationären Handel, berichtete Rockholz. Entsprechend müssten die Online-Versender ihre gesamte Kosten- und Vertriebsstruktur überdenken.

Quelle: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.