Malediven: Müllprobleme bringen das Urlaubsparadies in Gefahr

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Strand auf den Malediven(Foto: © Stefan-Meyer / http://www.pixelio.de)

Schörfling, Österreich — „Der seit 1972 wachsende Tourismus auf den Malediven führte zu einem zunehmend auch medial präsenten Müllproblem auf den Malediven. Die Einfuhr verschiedenster Güter in den Inselstaat brachte unweigerlich Probleme der Müllentsorgung mit sich“, erklärt Harald Schobesberger vom Reisebüro Bunte Urlaubswelt. Eine Müllverbrennungsanlage auf der künstlichen Insel Thilafushi nahe der Hauptstadt Malé sichert die Entsorgung der Abfälle von Male, allen Tauch- Safaribooten, fast allen Touristenresorts und den umliegenden einheimischen Inseln im Nord- und Südmaleatoll.

Doch Schobesberger warnt: „Die abgelegenen Inseln verfügen jedoch leider nicht über diese Infrastruktur. Zudem wird durch den Indischen Ozean weiterer Müll an die Strände gespült.“

Neues Müllverbrennungsprojekt auf Hanimaadhoo

Eine dieser Inseln ist Hanimaadhoo. „Seit kurzem gibt es auch hier immer mehr Tourismus. Gästehäuser wie auch unsere Gästevilla, die im Herbst 2015 eröffnet wird, erfreuen sich bei Individualtouristen größter Beliebtheit“, erklärt Alois Männer, Betreiber zweier Safariboote . Im Rahmen der Initiative „Save our Island Hanimaadhoo – keep it clean“ spendeten das Reisebüro Bunte Urlaubswelt und Alois Männer 100.000 Malediven-Rupien (rund 6.500 €)für ein Entsorgungsprojekt an einem abgelegenen Teil der sieben Kilometer langen Insel. „Mir liegen die Malediven sehr am Herzen und ich sehe das Problem“, erklärt Männer, der bereits seit 25 Jahren auf den Malediven arbeitet.

Initiative: Save our Island Hanimaadhoo – keep it clean

Aktuell säubern etwa zehn Mitarbeiter die gesamte Insel und bringen den Müll zur Station. Dort wird eine Müllverbrennungsanlage in einer Art dichtem Betonsilo betrieben, um das Grundwasser zu schützen. In etwa vier bis sechs Wochen werden dann 1.000 Mülleimer aufgestellt, die drei Mal wöchentlich von einer Müllabfuhr entleert werden. Männer: „Optimal für die Zukunft wäre natürlich eine in sich abgeschlossene Müllverbrennung mit integrierter Stromerzeugung für die ganze Insel. So wären beide Probleme auf einmal gelöst: Müllentsorgung und Stromerzeugung.“ Strom wird zurzeit vorwiegend auf allen Inseln mit Dieselgeneratoren erzeugt. Ein weiterer Ausbau der Initiative scheitert derzeit an den finanziellen Mitteln des Inselstaates. Männer: „Wir hoffen auf Nachahmung anderer Firmen. Damit uns das Naturwunder Malediven noch lange erhalten bleibt.“

Quelle: APA ots