Dämmstoffe: Geringe Abfallmenge – keine Aufschlüsselung über Entsorgung

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Styropor (Foto: © Uli Carthäuser /http://www.pixelio.de)

Berlin — Der Bundesregierung verfügt zur Zeit über keinerei Kenntnisse, inwieweit Wärmedämm-Verbundstoffe in Deutschland thermisch verwertet bzw. verbrannt, kompostiert oder stofflich recycelt werden. Das in einem Forschungsbericht Ende 2014 für Deutschland bilanzierte Aufkommen von 75 kT setzt sich zusammen aus 42 kT Dämmmaterialabfall in Form von Polystyrol (Expandiertes Polystyrol – EPS/ Extrudiertes Polystyrol – XPS) und 35 kT gemischtem Baustellenabfall. Diese geringe Abfallmenge erlaubt nach offizieller Einschätzng keine detaillierte Zuordnung oder Aufschlüsselung.

Wie die Bundesregierung weiter ausführt, ist derzeit beim Rückbau die energetische Verwertung in kommunalen Müllverbrennungsanlagen das Verfahren der Wahl. Damit sei die Nutzung des höheren Brennwertes von Polystyrol als auch die Ausschleusung des Flammschutzmittels HBCD möglich. Außerdem sei bekannt, dass das Potenzial einer Wiederverwendung als Schütt- oder Einblasdämmung insbesondere bei Dämmstoffen gegeben ist. Hierzu lägen jedoch noch keine weiteren Erfahrungen vor. Eine Kompostierung komme nur für nachwachsende Rohstoffe infrage. Bisher unternommene Versuche zur Kompostierung dieser Dämmstoffprodukte verliefen aufgrund von Zusätzen zur Flamm- und Fraßhemmung negativ. Eine Einstufung von gebrauchten Platten, die mit dem Flammschutzmittel HBCD behandelt wurden, als Sondermüll hält die Bundesregierung für nicht notwendig.

Laut Bundesregierung kann davon ausgegangen werden, dass im Zeitraum von 1960 bis 2012 in Deutschland zirka 300 Millionen Kubikmeter an expandiertem Polystyrol-Hartschaumstoff EPS und von 1965 bis 2012 zirka 40 Millionen Kubikmeter verbaut worden seien. Für das Jahr 2011 wurde im Rahmen der o. g. Marktanalysen in Deutschland für Dämmstoffe ein Gesamtmarkt von 28,4 Millionen Kubikmeter ermittelt. Die Marktanteile von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen lagen dabei 2003 bei ca. 4 Prozent. Im Jahr 2009 wurde ein Anteil von 5 Prozent und im Jahr 2011 ein Anteil von 7,2 Prozent am Gesamtdämmstoffmarkt abgeschätzt.

Das Statement der Bundesregierung erfolgte als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnid 90/ Diie Grünen zu „Dämmstoffen für die energetische Gebäudesanierung“.

Quelle: Deutscher Bundestag