Vacurema mit Marktanteilen von bis zu 50 Prozent im Kunststoffrecycling

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EREMA Hauptsitz (Foto: EREMA GmbH)

Ansfelden/Austria — Jährlich werden in den USA rund 779.000 Tonnen PET gesammelt, wovon in etwa 514.000 Tonnen im Land bleiben. Davon werden ca. 295.000 Tonnen zu rPET für den Lebensmittel-Direktkontakt aufbereitet. Die Hälfte des rPET wird mit der Vacurema® Technologie von Erema produziert, was somit einem Marktanteil von 50 Prozent entspricht. In Europa liegt der Marktanteil in diesem Bereich bereits bei 30 Prozent. Insgesamt sind weltweit mehr als 150 Vacurema Systeme im Einsatz und produzieren hochwertiges Regranulat und Endprodukte wie z. B. Folien mit einer jährlichen Gesamtkapazität von circa einer Million Tonnen.

Somit hat sich Vacurema seit der Markteinführung 1998 nach eigener Einschätzung zur weltweit meistverwendeten Technologie für die Aufbereitung von Post Consumer PET Bottle Flakes, PET In-house Abfällen und auch PE-HD Bottle Flakes entwickelt.

Dekontamination ohne Vortrocknung

Der entscheidende Faktor ist die hocheffiziente, lebensmittelkonforme Dekontamination vor der Extrusion. Die patentierte Vorbehandlung von PET Flakes unter erhöhter Temperatur und Hochvakuum vor dem Extrusionsprozess entfernt sehr effektiv und prozessstabil Feuchte und Migrationsstoffe aus dem Material. Durch die Vakuumbehandlung können selbst bei variierender Feuchtigkeit und unterschiedlichen IV-Werten im Inputmaterial stabile IV-Werte erreicht werden.

Da Eingangsmaterialien mit einer Feuchtigkeit von bis zu 1,5 Prozent verarbeitet werden können, ist im Vergleich zu anderen am Markt erhältlichen Verfahren keine teure Vortrocknung notwendig. Auch die Extruderentgasung entfällt, wodurch eine kurze Extruderschnecke verwendet werden kann und somit die thermische Belastung des Materials reduziert wird. Zudem weist die einzigartige patentierte Anordnung einen wesentlich geringen Wartungsaufwand als bei anderen Systemen auf.

efsa-zertifiziert und FCC-kontrolliert

Die mit Vacurema Technologie produzierten Regranulate/Endprodukte für den direkten Le-bensmittelkontakt erfüllen die Reinheitsanforderungen großer Markeninhaber und verfügen neben vielen länderspezifischen Zulassungen auch über die international anerkannten Zertifizierungen der nordamerikanischen FDA und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, der efsa. „Auf Vacurema Anlagen werden in Europa pro Jahr 347.000 Tonnen rPET für den Lebensmitteldirektkontakt produziert. Unsere Kunden setzen dabei bis zu 100 Prozent des Regranulats für die Produktion von Flaschen und lebensmitteltauglicher Tiefziehfolien gemäß der efsa-Richt-linien ein“, erläutert Christoph Wöss, Vacurema Product Manager.

Durch den automatischen Betriebsmodus mit FCC – Food Contact Control können sich Anwender auf einen permanent zuverlässigen Prozess verlassen. Bei allen Vacurema Anlagen werden die Parameter für die Lebensmitteltauglichkeit im Recyclingprozess ständig kontrolliert und archiviert. Die Food Contact Control (FCC) überwacht die gespeicherten Rezeptdaten und ermöglicht dadurch per Knopfdruck die Umstellung auf die für die Produktion des jeweiligen Rezyklats erforderlichen Prozessparameter. Beim Verlassen der Grenzen wird automatisch ein Alarm ausgelöst und optional der Produktstrom aus der laufenden Produktion ausgeschleust. Somit ist die Nachverfolgbarkeit garantiert.

Energieeffizientes Verfahren

Ein unabhängiges Prüfinstitut hat belegt, dass die Vacurema Technologie im Vergleich die besten Energieeffizienz-Werte aufweist. Insgesamt wurden acht verschiedene am Markt verfügbare PET Recycling-Technologien elektrisch und thermisch vermessen. Die getestete Vacurema Inline Sheet Anlage eines Kunden in Deutschland (die zur Produktion von lebens-mitteltauglicher Tiefziehfolie im Einsatz ist) hat sich dabei im energetischen Vergleich mit sonst am Markt erhältlichen Systemen durch den niedrigsten spezifischen Gesamt-Energieverbrauch von 0,29 kWh/kg (inkl. Glättwerk und Düse) ausgezeichnet (Abb. 2).

Auch im Bereich Bottle-to-Bottle hat sich die Vacurema Technologie mit einem Wert von 0,295 kWh/kg als um bis zu 40 Prozent energieeffizienter als andere Verfahren erwiesen. Zurück zu führen ist dies zum einen auf die Dekontamination VOR der Extrusion, die – im Gegensatz zu anderen Systemen am Markt – nur eine einmalige Energieeinbringung für die Aufbereitung notwendig macht. Und zum anderen darauf, dass keine zusätzliche Vortrocknung nötig ist, da Materialien mit einer Eingangsfeuchtigkeit bis zu etwa 1,5 Prozent verarbeitet werden können.

Schließlich tragen auch die großflächigen Schmelze-Feinstfilter von Erema zur außerordentlichen Effizienzleistung der Anlagen bei. Die patentierten Teilflächen-Rückspülsiebwechsler der RTF-Baureihe verfügen über ein vollautomatisches Selbstreinigungssystem, das trotz sehr feiner Filtration (32 µm Siebmaschenweite) geringe Druckverluste, hohe Filtrierkapazität und lange Filterstandzeiten erlaubt. Das Ergebnis ist hochsauberes Regranulat.

Inline kristallisiertes Stranggranulat im Angebot

Durch die Compact Inline Crystallisation (CIC) ist Vacurema die einzige Anlage auf dem Markt, mit der Stranggranulate produziert werden können. Da rund 80 Prozent der Neuware noch in Strangform produziert wird, sind Mischungen von Vacurema erzeugten Regranulaten mit Neuware möglich.

Quelle: EREMA Engineering Recycling Maschinen und Anlagen Ges.m.b.H.