BRV: Österreichs Baustoff-Recycling erreicht höchste Rate seit 25 Jahren

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25 Jahre BRV (Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband)

Wien — Mit fast 6 Millionen Tonnen erzeugter Qualitäts-Recycling-Baustoffe im Jahr 2014 meldet der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) einen noch nie da gewesenen Spitzenwert für die Verwertungsquote von Baurestmassen. Im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre BRV“ soll dieses Ergebnis vorgestellt werden.

Erfreulich ist an dieser Entwicklung, dass es im Vorjahr auch gelungen ist, eine weitere Qualitätssteigerung durch neue Rückbaustandards zu erreichen. Seitens des zuständigen Bundesministeriums ist vorgesehen, diesen neuen Standard schon zu Jahresende rechtlich verbindlich vorzusehen. Österreich ist damit erneut an der Spitze Europas, wenn es um hochwertige Verwertung im Bauwesen geht. Der Europäische Güteschutzverband für Recycling-Baustoffe, EQAR, nimmt den Jubiläumskongress zum Anlass, um in Wien seine Vorstandssitzung abzuhalten.

BRV und GSV gleichzeitig gegründet

Vor 25 Jahren gründeten 14 Wirtschaftsunternehmen anlässlich des damals neuen Abfallwirtschaftsgesetzes einen Verband zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Das damalige Umwelt- und Wirtschaftsministerium nahm die Idee auf und kooperierte mit dem „Österreichischen Baustoff-Recycling Verband“. Binnen eines Jahres war die erste Richtlinie für Recycling-Baustoffe herausgegeben, die – europaweit einzigartig – eine Zusammenstellung sowohl bau- als auch umwelttechnischer Anforderungen festlegte.

„Gleichzeitig mit der Gründung des BRV erkannte man auch, dass nur der Weg über die Qualität zum Ziel führt. Aus diesem Grunde wurde gleichzeitig der ‚Güteschutzverband Recycling-Baustoffe‘ (GSV) gegründet, der unabhängig vom BRV durch Einbeziehung von Wissenschaft, Auftraggeber, Bauwirtschaft, Recyclingwirtschaft und relevanter Ministerien sofort mit der Überprüfung der Qualität der Recycling-Baustoffe begann und ein firmenneutrales Gütezeichen ausstellte“, erklärt Dr. Wolfgang Stanek, Vorsitzender des GSV.

80 Prozent dem Kreislaf zugeführt

Der Weg war erfolgreich – gegenüber damals fast 1 Million Tonnen erzeugter Recycling-Baustoffe sind es heute 5,8 Mill. Tonnen im Jahr. Damit werden über 80 Prozent der auf der Baustelle anfallenden Materialien einem Kreislauf zugeführt – ein fast unübertroffener Wert in Europa. „Mit weit über 100 Baustoff-Recycling-Anlagen haben wir durch den BRV nicht nur mitgeholfen, ein bundesweites Netz an Recycling-Betrieben aufzubauen; wir bilden auch Bauleiter, Bauherrnvertreter und natürlich unsere Mitarbeiter in den Betrieben aus. Auch das ist Teil unseres Qualitätsmanagements“, verweist Ing. Günter Gretzmacher auf die vielfältige Tätigkeit des BRV, dem er als Präsident vorsteht.

Baustoff-Richtlinie als ‚best practice‘ angesehen

Das Bestandsjubiläum des Verbandes wird am 26. März 2015 nicht nur gefeiert; dem internationalem Publikum sollen auch Innovationen für die Branche im Rahmen eines Fachkongresses im Wiener Arcotel Wimberger vorgestellt werden. „Besonders freut mich, dass nach 25 Jahren die Richtlinie für Recycling-Baustoffe europaweit bislang als ‚best practice‘ angesehen wird. Wir werden die Zusammenführung umwelttechnischer und bautechnischer Anforderungen auf einer neuen Basis ebenso wieder auflegen: Eine neue Rückbaunorm, aber auch die mit Jahresende 2015 neu zu erwartende Baustoff-Recyclingverordnung, die der BRV schon seit 25 Jahren angestrebt hat, können das Baustoff-Recycling weiter stärken“, stellt Dipl.-Ing. Martin Car, Geschäftsführer des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes (BRV) fest. „Die Zusammenführung der neuen Rechtsvorschriften, der relevanten Normen und der für den Einsatz vorgesehenen Regelwerke in eine übersichtliche Richtlinie ist ein weiterer Schritt zur Hebung der Attraktivität dieser gütegeschützten Baustoffe.“

Ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit

Der Fachkongress gibt nicht nur Einblick in diese Neuerungen; auch die Änderungen im Bereich des Altlastensanierungsgesetztes sollen von hochrangigen Vertretern des BMLFUW angesprochen werden. Ein Blick nach Europa unter dem Vorsitz eines Vertreters der European Quality Association for Recycling e.V., EQAR, zeigt die Situation im gemeinsamen Europa. Die Wertschätzung der Entwicklung im Bauwesen wird von den Ministerien und den Vertretern der wichtigsten Auftraggeber Österreichs schon jetzt zum Ausdruck gebracht.

Der Beitrag der Bauwirtschaft zur Nachhaltigkeit ist extrem wichtig, alleine aufgrund der anfallenden Mengen – schließlich fallen fast zwei Drittel aller Abfälle im Bauwesen an, großteils unbedenklich, aber in großer Masse. Um Deponievolumen zu schonen und wertvolle Ressourcen der Nachwelt zu erhalten, ist das Baustoff-Recycling ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit. „In 25 Jahren wurden rund 100 Millionen Tonnen Recycling-Baustoffe erzeugt – das entspricht einer Jahresproduktion aller im Bauwesen benötigten mineralischen Baustoffe; die Tendenz ist steigend!“, betont Martin Car.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)