IKB: Nachfrage nach Gold, Silber und Platin rückläufig, nach Palladium gestiegen

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Düsseldorf — Die Goldnachfrage war im Gesamtjahr 2014 rückläufig: Sie sank um insgesamt 4 Prozent. Im Jahresvergleich reduzierte sich die Schmucknachfrage (-9,7 Prozent) besonders stark: Die industrielle Nachfrage (-4,7 Prozent) gab in allen Teilsegmenten ebenfalls nach, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Trotz geopolitischer Krisenherde setzte sich der Abbau der Nettopositionen bei ETF-Produkten (Exchange Traded Funds) fort, wenn auch deutlich vermindert. Aktuell sind in Griechenland erhebliche physische Investmentkäufe zu beobachten. Zentralbanken stockten in großem Umfang ihre Bestände auf. Angebotsseitig erhöhte sich die Minenproduktion (+4,8 Prozent), während das Goldrecycling um 11 Prozent geringer ausfiel. Der Goldpreis dürfte sich in den nächsten drei Monaten um 1.200 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Nach einer Zunahme der Silbernachfrage 2013 kam es im Jahr 2014 zu einem Rückgang von 6 Prozent. Industrie- (-7 Prozent) und Schmucknachfrage (-9 Prozent) reduzierten sich besonders stark; diejenige aus der Fotoindustrie sowie der Besteckindustrie sanken um 3 Prozent. Die physische In- vestmentnachfrage fiel ebenfalls, jedoch wurden die Silber-ETF’s aufgestockt. Das Minenangebot und das Silberrecycling dürften 2014 einen Zuwachs von 2 Prozent verzeichnet haben. Trotzdem könnte erneut ein Angebotsdefizit von bis zu 30 Mio. Unzen aufgetreten sein. Geleichwohl erwartet die IKB kurzfristig keinen Effekt auf die Preise. Die Industriebank sieht in den nächsten drei Monaten eine Preisbewegung um rund 16,50 US-$/oz. mit einem Band von 2,50 US-$.

2014 erfolgte ein Anstieg der physischen Platinnachfrage (Katalysator, Industrie und Schmuck) von gut 4 Prozent. Gleichzeitig brach jedoch die investive Nachfrage um zwei Drittel ein. Infolge von streikbedingten Produktionsausfällen in südafrikanischen Minen und geringerer russischer Erzeugung sank die Minenproduktion. Dies konnte nur teilweise durch ein gestiegenes Recycling kompensiert werden, woraus ein Angebotsdefizit resultierte. Bei Palladium stieg die physische Nachfrage um 2 Prozent, während die investive Nachfrage kräftig zunahm. Auch hier führt die geringere Minenproduktion in Südafrika sowie die niedrigere Erzeugung in Russland zu einem Angebotsdefizit. Allerdings driften die Preise auseinander. Die IKB erwartet für den Platinpreis bis Ende des zweiten Quartals 2015 eine Bewegung um 1.250 US-$/oz. in einem Band von 250 US-$. Für Palladium ist bei einem erneuten Angebotsdefizit von rund 1,6 Mio. Unzen von einer Bewegung um 800 US-$/oz. (+100 US-$) auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank