IKB: Globale Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium zieht an

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Aluminiumschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die globale Produktion von Primäraluminium ist mit einem Anstieg von 5,3 Prozent im Januar 2015 stark gestartet, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Sie prognostiziert für das Gesamtjahr 2015 einen Zu-wachs auf rund 54,5 Mio. t.

China (+8 Prozent), das übrige Asien (+17 Prozent) und die Golfregion (+20 Prozent) expandierten überproportional, die amerikanischen Regionen reduzierten ihren Ausstoß zum Teil kräftig. Westeuropa legte um gut 6 Prozent zu. Insgesamt erwartet die IKB für 2015 einen im Vergleich zu 2013 geringen Angebotsüberschuss. Die globale Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium zieht weiter deutlich an. Träger der Nachfrageausweitung ist vor allem auch der Fahrzeugbau. Derzeit investieren etliche OEM vermehrt in den Leichtbau und zum Teil werden eigene Aluminiumgusskapazitäten aufgestockt. Zudem wird zunehmend auch in Deutschland in die Produktion von Recyclingaluminium investiert.

Der zu Jahresbeginn 2014 einsetzende Abbau der Lagerbestände von Primäraluminium an der LME hat sich weiter fortgesetzt: Diese liegen nun bei knapp 3,95 Mio. t. An der SHFE betragen die Bestände rund 210.000 t. Die Lagervorräte inklusive Vorprodukten und Halbfabrikaten bei den Herstellern lagen zuletzt unter 2,5 Mio. t. Damit ist die Versorgung unverändert sehr gut. Der Angebotsüberschuss dürfte 2015 nicht zuletzt aufgrund des steigenden Bedarfs weiter deutlich sinken. Die LME-Bestände an Sekundärlegierungen haben sich bei knapp 27.000 t stabilisiert. Im Verlauf der nächsten drei Monate sieht die Industriebank eine Fortsetzung des Lagerabbaus bei Primäraluminium.

Die Aluminiumpreise haben sich im Verlauf des Februar 2015 in einem Band um 1.800 US-$/t bewegt. Die investive Nachfrage hat weiter zugenommen: Die Zahl der Handelskontrakte lag um gut ein Drittel über dem Wert vom Jahresende 2014. Die höhere physische Nachfrage aus der Fahrzeugindustrie sowie aus weiteren Branchen sind bei dem jetzigen Angebot zu befriedigen. Der derzeitige Kapazitätsaufbau sowohl in der Primär- wie auch Sekundäraluminium-Produktion sollte auch größere Engpässe in zwei bis drei Jahren verhindern. Bis Ende Juni 2015 prognostiziert die IKB eine Preisbewegung für Primäraluminium um rund 1.900 US-$ je t in einem Band von +200 US-$ je t. Die Preisdifferenz der Sekundärlegierung ist eingeebnet. Deren Preise dürften sich in den nächsten Monaten um die Primärnotierung bewegen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank