Versorgung mit Ferrochrom und Molybdän gut; Nickelmarkt vor Turbulenzen

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2 Euro-Münze mit Nickelgehalt (Foto: ©I-vista /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Der weltweite Nickelmarkt steht 2015 weiter vor turbulenten Monaten. Nachdem die zu Jahresbeginn 2014 umgesetzten indonesische Exportbeschränkungen für Erze mit geringem Nickelgehalt (NPI) anhalten, sollten Chinas NPI-Bestände wohl bald erschöpft sein, und dies trotz eines vermehrten Einsatz von Lieferungen aus den Philippinen, die jedoch einen niedrigeren Reinmetallgehalt aufweisen.

Insgesamt kam es 2014 bei Nickel zu einem Angebotsüberschuss, dem 2015 ein ausbalancierter Markt folgen sollte. Die Aufstockung der Lagerbestände an der LME auf über 428.000 t verhindert jedoch starke Preissprünge. Laut ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information erwartet die IKB Deutsche Industriebank bei den Nickelpreisen bis Ende des zweiten Quartals 2015 Notierungen in einem Band von 2.000 US-$ je t um 15.000 US-$ je t. Gegen Ende des zweiten Quartals sollten die Notierungen anziehen.

Auch die Versorgung mit Ferrochrom ist zu Jahresbeginn 2015 ausgesprochen gut: Der Markt gilt als überversorgt. China hat im Jahr 2014 seine Chromerzimporte um rund ein Fünftel reduziert. Aktuell stehen zudem noch weitere Anlagen in Oman und Indien vor der Inbetriebnahme. Daher erwartet die IKB auch für das laufende Jahr einen hohen Angebotsüberschuss. Im ersten Quartal 2015 wurde der Benchmark-Preis zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen um rund 6 Prozent reduziert (auf Dollarbasis). Der prognostizierte Angebotsüberschuss dürfte die Preise auch bis Jahresmitte 2015 flach halten. Die Industriebank sieht bis Ende Juni 2015 eine Preisbewegung um 2,1 US-$ je lb in einer Bandbreite von 0,2 US-$ je lb.

Obwohl schon 2014 einzelne Anbieter ihre Minenproduktion zurückgefahren haben, ist die Versorgung mit Ferromolybdän sehr gut. Der Markt muss immer noch als überversorgt angesehen werden. Zudem sind neue Minenprojekte in der Pipeline. Bis 2020 wird in China ein um gut 10 Prozent höherer Molybdänbedarf erwartet. Allerdings hat China seine für den 1. Januar 2015 angekündigte Aufhebung der Ausfuhrsteuer für Molybdän vertagt, die jetzt frühestens zum 1. Mai 2015 kommt). Bei einer kurzfristig stabilen Molybdännachfrage, die infolge einer höheren Edelstahlproduktion ganz leicht anziehen könnte, dürfte dies etwas Druck von den zuletzt erreichten Preisen nehmen. Die IKB sieht bis Ende Juni 2015 den Ferromolybdänpreis bei rund 22 US-$/kg mit einer Bandbreite von 2,50 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank