IKB erwartet für 2015 einen Ausstoß von rund 1,7 Mrd. Tonnen Rohstahl

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Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die Weltrohstahlproduktion hat einen schwachen Start genommen. Infolge eines Rückgangs von 4,7 Prozent in China verminderte sich der globale Gesamtausstoß im Januar 2015 um knapp 3 Prozent, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer aktuellen Rohstoffpreis-Information. Für das Gesamtjahr sieht die IKB einen Ausstoß von rund 1,7 Mrd. t Rohstahl.

Während der nordamerikanische Markt nur leicht wachsen dürfte, ist in Lateinamerika eine Erholung zu erwarten. In der Ukraine brach die Produktion um ein Viertel ein. Der Ausstoß in der EU 28 (-1 Prozent) sank leicht, wuchs dagegen in Deutschland geringfügig. Im Gesamtjahr 2015 hält die IKB eine Tonnage von ca. 43,5 Mio. t. für möglich Die konjunkturelle Belebung im Jahr 2015 wird im Inland vor allem durch die Nachfrage der Automobilindustrie und der Belebung im Maschinenbau sowie der Bauwirtschaft getragen.

Im Februar 2015 gaben die Schrottpreise je nach Sorte um 15 bis 20 €/t nach. Ursache war vor allem der Einbruch der Exporte in die Türkei. Die türkische Stahlproduktion sank um gut 10 Prozent infolge geringer Nachfrage aus wichtigen Abnehmerländern wie Syrien und Irak. Zudem geht ein großer Teil der Halbzeugausfuhren Chinas in traditionell türkische Kundenländer im Nahen Osten. Die Orders Italien waren dagegen zufriedenstellend und mit geringeren Preisabschlägen versehen. Auch die Inlandsnachfrage war auf ordentlichem Niveau. Es drücken bei Eisenerz jedoch unverändert die niedrigen Spotpreise auf den Schrottpreis. Dieser Druck wird zumindest bis Mitte 2016 anhalten. Bis Juni 2015 sieht die Industriebank einen leichten Preisanstieg von ca. 15 bis 20 €/t.

Die Weltstahlpreise gaben im Februar 2015 kräftig nach. Bei Flachprodukten lagen die Preisnachlässe bis zu 5 Prozent, bei Langprodukten waren es 2 bis 3 Prozent. Innerhalb Europas waren dagegen zum Teil Preissteigerungen bis 2 Prozent zu verzeichnen. Bewehrungsstahl und Walzdraht gaben in Europa um gut einen halben Prozentpunkt nach. Die Spotmarktpreise für Eisenerz bewegten sich im Monatsdurchschnitt um 63 US-$/t und damit um rund 5 US-$ unter dem Januarniveau. Es ist unverändert von einer sehr guten Erzversorgung bis zum Jahresende 2016 auszugehen. China wird weiter versuchen, seine hohen Ausfuhren in Richtung Naher Osten aufrecht zu erhalten. Dies drückt das Preisniveau dort vor allem auch unter dem Aspekt der geopolitischen Konflikte in dieser Region. Bei den Weltstahlpreisen sieht die in den nächsten zwei Monaten einen leichten Rückgang und erwartet in Europa auf Euro-Basis einen Anstieg von rund 1 Prozent.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank